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Kultur Fünf Musiker mit Leib, Seele und Humor
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00:00 23.04.2016
Bestens eingespielte Boys: Sebastian Powilleit, Martin Becker, Tom Ludwig, Erik Weyer und Stephan Engelstädter (v.l.). Quelle: Frank Söllner

Ins OZ-Studio waren sie in ihrer aktuellen Besetzung gekommen: Les Bummms Boys — das sind Stephan Engelstädter (Gitarre, Gesang), Sebastian Powilleit (Bass, Gesang), Tom Ludwig (Schlagzeug, Perkussion) sowie Martin Becker (Saxophon) und Erik Weyer (Posaune). In der Veranstaltungsreihe OZ-Studio stellten sie sich den Fragen von OZ-Chefredakteur Andreas Ebel und Kulturchef Michael Meyer — in der derweil siebenten Ausgabe der Reihe schon eine kleine Tradition. Auch das Publikum wurde wie immer in die Fragerunde einbezogen.

Zum Warmwerden spielten die Musiker zwei Songs, darunter ihr beliebtes „Eisprung“-Lied — schon da wurde klar, dass die Musiker nicht nur gut eingespielt, auch humorvoll sind. Das zeigte sich im Gespräch, als Andreas Ebel erstmal nach der Bedeutung des Bandnamens fragte. Les Bumms Boys entstand aus einer Laune und Notwendigkeit heraus, als sich nämlich ergab, dass der bisherige Name Rohkost schon vergeben war. So entstand der neue Bandname spontan, das französische „Les“ wurde hinzugefügt, „damit wir auch in Hotels spielen können“, erklärte Stephan Engelstädter.

Das ist es auch, was die Band möchte: spielen. Vor gut zehn Jahren haben sich die Musiker zusammengefunden, nach und nach erweiterten sie ihr Repertoire, der Tourkalender füllte sich. Heute kann die Band von den Auftritten leben, nur bei den dazugekommenen Bläsern gibt‘s noch Jobs neben der Musik. Dabei gilt es immer, die Balance zu halten zwischen eigenem Repertoire und nachgespielten Songs, wie sie auf Tanzveranstaltungen gefragt sind. „Wir sind nicht so der Dienstleister“, sagte Bassist Sebastian Powilleit leichthin, was aber den Anspruch der Musiker verdeutlicht: Sie wollen mit eigenen Songs wahrgenommen werden. Dennoch gibt es keine Berührungsängste. Die Les Bumms Boys scheuen sich nicht, jede mögliche Auftrittschance wahrzunehmen — sie spielen auf Hochzeiten, in Kindergärten, Altenheimen oder zum Tanz. Zwischen den Gesprächen servierten die Musiker immer wieder ein paar Stücke, zeigten, was sie draufhaben: flockigen und tanzbaren Deutschpop mit witzigen Texten, die Zeilen wie diese bereithalten: „Hätte die Queen Eier, wär sie King.“ Wie verschworen die fünf Musiker sind, erwies sich, als die Frage aus dem Publikum kam, ob ein handwerklich besserer Musiker ein Bandmitglied ersetzen könne. Nee, eher nicht. „Eine Band ist eine Mischung aus Unternehmen und Beziehung“ — so sehen sich die Musiker. Im nächsten Herbst erscheint ein neues Album der Band, daran lehnen sie ihre Pläne an. „Wir wollen dann in neuen Städten spielen“, sagte Stephan Engelstädter, „auch Videos machen, da kommt einiges zusammen.“

Das Publikum erfuhr viel über das Musikerleben, bekam dazu ein kleines Privatkonzert der Les Bumms Boys. Ihr Ausblick: „Wir wollen auch im Rentenalter musizieren“, verspricht Powilleit.

Von Thorsten Czarkowski

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