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Für Freiheit und gegen Zensur: Theaterleute treffen sich in Greifswald

Für Freiheit und gegen Zensur: Theaterleute treffen sich in Greifswald

Greifswald. Wie frei können Künstler in Europa arbeiten? Unter dem Motto „Dramaturgien des Widerstands“ treffen sich an diesem Wochenende rund 230 Theaterleute ...

Greifswald . Wie frei können Künstler in Europa arbeiten? Unter dem Motto „Dramaturgien des Widerstands“ treffen sich an diesem Wochenende rund 230 Theaterleute aus dem deutschsprachigen Raum und dem europäischen Ausland in Greifswald. Die Dramaturgische Gesellschaft diskutiert auf ihrer Jahrestagung in der vorpommerschen Universitätsstadt bis morgen über internationale künstlerische Positionen zu Freiheit und Unfreiheit und die Einschränkungen von Kunst in Ländern wie Russland, der Türkei oder Polen.

„Uns treibt es um, dass liberale Grundwerte in Europa bedroht sind“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Gesellschaft, Harald Wolff. In mehreren Ländern in Europa sei zu beobachten, dass demokratische Positionen teilweise rasend schnell geräumt würden. „Man muss Selbstverständlichkeiten wie die demokratischen Grundwerte in Europa benennen, ansonsten gehen sie verloren.“

In der Türkei und Russland würden Künstler inhaftiert, in Ungarn und Polen gingen autoritäre Regierungen gegen Künstler vor und schränkten demokratische Grundrechte ein. So werde zum Beispiel Festivals mit staatskritischen Beiträgen Fördermittel entzogen, und Theaterproduzenten würden zu Staatsfeinden erklärt. Der russische Regisseur Kirill Serebrennikow wird von der Justiz seit Monaten im Hausarrest in Moskau gehalten.

Als „Experten des Widerstands“ sind zu der Konferenz rund 15 Künstler aus den betroffenen Ländern eingeladen, die in ihren Ländern nicht oder nur noch unter schwierigen Bedingungen Theater machen können. Im Ergebnis des Treffens wollen die Theaterleute ein Manifest als Zeichen der Vielstimmigkeit erarbeiten. Erwartet wird unter anderem die Journalistin und Fürsprecherin der kurdischen Minderheit, Asli Erdogan, die 2016 in der Türkei verhaftet und später unter Auflagen wieder freigelassen worden war. Gast ist auch die polnische Kulturmanagerin Katarzyna Wielga-Skolimowska, die Ende 2016 von der polnischen Regierung als Direktorin des Polnischen Instituts Berlin abberufen worden war. Gastgeber ist das Theater Vorpommern in Greifswald. „Nach der Diskussion un die Theaterfusion ist die Tagung jetzt ein starker inhaltlicher Aufschlag für das Theater“, sagte Dramaturg Sascha Löschner. Seit 1999 ist erstmals wieder ein Theater in einer ostdeutschen Stadt Gastgeber der Tagung. Die Dramaturgische Gesellschaft will mit der Tagung  zu einer stärkeren internationalen Wahrnehmung der Probleme und einer Stärkung der internationalen Zivilgesellschaft beitragen.

OZ

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