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Furioser Abschluss mit Besucherrekord

Bergen Furioser Abschluss mit Besucherrekord

Der Festspielfrühling auf Rügen endete am Wochenende mit dem David Orlowsky Trio und dem Fauré Quartett. 4400 Besucher in zehn Tagen brachten neuen Rekord.

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Das Fauré Quartett ist von Beginn an künstlerischer Leiter des Festspielfrühlings auf Rügen.

Quelle: Christian Rödel

Bergen. „Es war eine fulminante Woche!“ So das Fazit des Festspiele-Intendanten Dr. Markus Fein über den gestern zu Ende gegangenen „Festspielfrühling“ auf Rügen. Tatsächlich hat man nur drei Jahre gebraucht, um unter der Künstlerischen Leitung des Fauré Quartetts das ehrgeizige Projekt eines Frühlingsfestivals in die Phalanx ähnlicher, mittlerweile gestandener deutscher Musikfeste einzubinden. Das Rezept: ein kompaktes, künstlerisch hochwertiges und auf sehr unterschiedliche Ansprüche reagierendes Angebot, reizvolle Spielorte, kurze Wege und tägliche gesellige Begegnungsmöglichkeiten mit den Künstlern.

Man sei auf Rügen fest verwurzelt, so Markus Fein. Die diesjährige Bilanz bestätigt das mit erweitertem Spielstättenangebot und dem Rekord von 4400 Besuchern. Honoriert wurde offensichtlich auch das Thema „Russland“. Mit sechs Vorträgen und starker Präsenz zahlreicher, so gut wie nie zu hörender Kompositionen waren die 15 Konzerte schon Ort einer repräsentativen Geschichte russischer Musik.Und von den vielen exzellenten Künstlern — hier einzeln gar nicht aufzuführen — kann jeder Veranstalter nur träumen.

Vorgestern nun der offizielle Abschluss in Göhrens Nordperdhalle: ein heftig gefeierter Klezmer-Abend mit dem David Orlowsky Trio. Die drei Ausnahmemusiker (neben Orlowsky der Gitarrist Jens-Uwe Popp und der Kontrabassist Florian Dohrmann) präsentierten einen als Musizierform professionalisierten Klezmer, fast durchgängig selbst komponiert und damit individualisiert. Ihr Stil wirkt inzwischen überaus verfeinert, das Vermögen, den stets präsenten melodischen, harmonischen, rhythmischen und metrischen Modellcharakter des Klezmer innovativ zu bereichern, höchst perfektioniert. Das wirkt fast schon klinisch rein, wird aber getragen von vielfarbiger Klanglichkeit, teils deftiger Musizierlust und durchaus charismatischer Atmosphäre. Da sind die Ausdrucksbereiche zwischen elegisch zartem Grundton und kraftvoll stampfender Ausgelassenheit so absichtsvoll wie belebend gemischt, die Kontraste wirkungsvoll gesetzt.

So gesehen, gelten die „Orlowskys“ als Erneuerer eines Musizierens, das vom komponierenden wie arrangierenden Umgang mit einer weitgehend verlorenen jüdischen Alltagstradition lebt. Die Einbeziehung des Fauré Quartetts in das Programm blieb in diesem Konzert musikalisch zwar eher marginal, war aber eine richtige und schöne Geste des Dankes an die verdienstvollen künstlerischen Leiter des Musikfestes.

Der vierte Festspielfrühling Rügen findet vom 13. bis 22. März 2015 statt. Unter der Leitung des Fauré Quartetts werden die Festspielpreisträger Matthias Schorn und Harriet Krijgh, der Burg-Schauspieler Peter Simonischek, die Wiener Sängerknaben, Tänzer des Wiener Staatsopernballetts und weitere Künstler die „Musikstadt Wien“ zelebrieren.

Festspielfrühling: Zehn Tage, die Rügen erschütterten
Vom 14. bis 23. März gab es auf der Insel Rügen 15 Konzerte, 5 Begleitveranstaltungen, 2 Ausflüge.

An 14 Spielstätten auf Rügen, einer auf der Insel Hiddensee, wurde musiziert, vorgetragen und gelauscht.

4400 Besucher kamen insgesamt und sorgten für den Besucherrekord, das waren rund 10 Prozent mehr als 2013.

Die Gäste: 20 Prozent kamen von der Insel Rügen, 40 Prozent aus dem übrigen MV, 40 Prozent von außerhalb.

 



Ekkehard Ochs

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