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Geballte Ladung Malerei in der Rostocker Kunsthalle

Rostock Geballte Ladung Malerei in der Rostocker Kunsthalle

Eine Bettdecke aus Geldscheinen, die Abformung eines Gipsreliefs aus der Gründerzeit, eingefärbte Folien, von denen mit Rasierklinge wieder etwas abgetragen wurde, ...

Rostock. Eine Bettdecke aus Geldscheinen, die Abformung eines Gipsreliefs aus der Gründerzeit, eingefärbte Folien, von denen mit Rasierklinge wieder etwas abgetragen wurde, Pop-Art sowie diverse Spielarten abstrakter oder informeller Malerei — die neue Ausstellung in der Rostocker Kunsthalle besticht durch ihre Vielfältigkeit. Unter dem Titel „reVision: Neue Wä(e)nde für die Kunst“ stellt die DKB-Stiftung dort erstmals mehr als 100 Werke ihrer Sammlung vor.

Mit neuen Wänden sind die Wände der Kunsthalle gemeint, an denen hängen die Werke der DKB-Stiftung erstmals. Eine Wende ist es, weil die Werke der Wende (1989) nun erstmals öffentlich gezeigt werden.

Kompliziert. Und: Die Auswahl war nicht leicht, aber Harald Reiner Gratz hat sie getroffen.

14 Niederlassungen in den neuen Bundesländern ist der Kurator im letzten Vierteljahr abgefahren — dort werden die mehr als 800 Werke der Stiftung permanent gezeigt. „Entschieden habe ich mich intuitiv und nach persönlichen Qualitätskriterien“, sagt Gratz mit einem Lächeln. Der thüringische Maler gehört zu den 14 Künstlern, die seit Anfang der 90er Jahre — damals noch als unbekannte Meisterschüler und Absolventen — von der Deutschen Kreditbank AG (DKB) gefördert wurden.

„Frühen Werken der Stiftung haben wir eine Auswahl aktueller Werke gegenübergestellt, damit der Besucher den Entwicklungsprozess beobachten kann“, erklärt Gratz, der auch eigene Werke — darunter eine Reihe von Geschichtsbildern mit Heino Ferch — mit in die Kunsthalle gebracht hat. Gestaltet hat er die Schau wie 14 Einzelausstellungen. Eine zentrale Position kommt dabei dem Rostocker Künstler Rando Geschewksi zu: Die kraftvolle Malerei aus den 90er Jahren — knallbunte Pop-Art-Töne, farbgewaltige Werke zwischen Abstraktion und Körperlichkeit — hat Gratz einer neueren Technik des Künstlers gegenübergestellt, an der dieser seit zehn Jahren feilt. „Ich färbe großformatige Folien mit Tuschfarbe ein und kratze mit Rasierklingen einen Teil der Farbe wieder ab“, erklärt Geschewski. Als zweidimensionale Skulpturarbeit bezeichnet er seine sieben aktuellen Werke. Bei denen ist die bunte Farbe aus den Anfangszeiten einem großen Schwarz-Weiß-Anteil gewichen, das Abstrakte hat dem Figürlichen in Form von Familien und Porträts Platz gemacht. „Ich habe bewusst keine aktuelle Malerei mitgebracht, sondern wollte diesen Bruch zeigen“, betont er.

Für seinen Künstler-Kollegen Joachim Schulze aus Gera hochgradig spannend. „Was mich besonders interessiert, ist zu sehen, was die Kollegen machen, die man lange nicht gesehen hat und deren aktuelle Entwicklung“, sagt Schulze. Mit seinem konzeptkünstlerischen Ansatz der „Eigenkapitaldecke“ — einem Bett mit Decke aus Dollar-Noten — präsentiert er nicht nur ein neues Werk von 2014, sondern auch eines der wenigen Kunstwerke abseits der Malerei. „Ich nutze gern die Doppeldeutigkeit von Dingen, um auf bestimmte Sachen hinzuweisen, ohne den Zeigefinger zu erheben“, sagt er.

Aus MV sind die Künstler Rando Geschewski, Peter Klitta, Ute Laux und Bernd Kommnick zu sehen. Weitere Künstler sind: Iris Band, Wolf Bertram Becker, André Böhme, Jens Elgner, Jana Franke, Harald Reiner Gratz, Uwe Mühlberg, Daniel Sambo-Richter, Joachim Schulze und Michaela Weimann. „Die Ausstellung ist eine geballte Ladung Malerei und ein wahrer Augenschmaus, so etwas haben wir lange nicht gehabt“, freut sich Ulrich Ptak von der Kunsthalle.

Von Stefanie Büssing

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