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Gedächtnis des Landes ist fast ohne Lücken

Schwerin Gedächtnis des Landes ist fast ohne Lücken

Landesarchiv hat fast 95 Prozent der Bestände erschlossen. Umzug in neues Depot geplant.

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Dr. Martin Schoebel in der Bibliothek des Greifswalder Archivs mit einer mittelalterlichen Schrift.

Quelle: Peter Binder

Schwerin. Manche nennen dieses Archiv das Gedächtnis des Landes, andere betrachten es sogar als eine Schatzkammer. Dr. Martin Schoebel (54), Leiter des Landesarchivs, das Zweigstellen in Schwerin und Greifswald besitzt, lässt für seine Einrichtung beides gelten: „Die Bestände umfassen rund 15 000 Urkunden, etwa 23 000 Regalmeter Akten, mehr als 100 000 Karten, Pläne und Risse sowie über 230 Nachlässe von oft überregionaler Bedeutung.“

Auch eine umfangreiche Sammlung von Bildern, Fotos und Luftaufnahmen gehört dazu. Ebenso gesammelt werden historische Handschriften und Drucksachen, Sammlungen zur Familienforschung, Plakate, Flugblätter, Wappen und Siegel. „Darunter sind einzigartige Zeugnisse aus über 850 Jahren Mecklenburger Geschichte“, betont Schoebel.

Um die ständig wachsenden Bestände entsprechend zu lagern, reichen die bisherigen Archiv-Räume in der Schweriner Graf-Schack-Allee 2 bald nicht mehr aus. „Für gut 35 Millionen Euro ist ein Depotbau für die Kunst- und Archäologiesammlungen des Landes geplant, in den auch unser Archiv einziehen wird. Er soll bis 2019 fertig sein“, sagt der Archivleiter.

Er ist stolz darauf, dass bereits große Teile des Landesarchivs erschlossen sind: „Unser Ziel ist es jedoch, bald den Bundesdurchschnitt von 95 Prozent zu erreichen.“ Das sei beachtlich, denn die Landesarchivare seien nach 1990 vorrangig mit Auskünften zu Vermögensfragen, zur Rehabilitierung und zu Rentenansprüchen befasst und somit lange nicht in der Lage gewesen, sich mit dem Eingelagerten systematisch zu befassen. Inzwischen verfüge das Archiv aber über gut geordnete Bestände, denen Jahr für Jahr neues Material zugeführt werde. „Aber nur drei Prozent des Schriftgutes, das uns angeboten wird, übernehmen wir. Der Rest ist nicht archivwürdig“, erklärt Martin Schoebel.

Etwas von dem, was in über 32 Kilometern Regalen lagert, besonders herauszuheben, fällt ihm schwer. Für ihn ist es vor allem die Sicht des Betrachters, die eine Sache besonders wertvoll macht: „Der Historiker ist entzückt, wenn er die gedichtete Chronik Mecklenburgs, verfasst von Ernst von Kirchberg als Prachthandschrift von 1378/1379, in den Händen hält. Ein Ingenieur ist sicher davon angetan, dass wir ihm Einblick in die komplette Schiffbaudokumentation der Neptunwerft aus DDR-Zeiten geben können. Und der Militärinteressierte hat Freude an farbigen Zeichnungen dänischer Militäruniformen, die sich in einem Nachlass fanden.“

„Wir unterstützen Forschung und Bildung, bewahren Informationen für die Zukunft und helfen bei der Ahnenforschung“, umreißt Martin Schoebel die Aufgaben des Archivs. Angebote, die 1000 Nutzer pro Jahr an beiden Standorten gern in Anspruch nehmen. Bei ihrer Suche nach Überlieferungen früherer und heutiger Behörden, Institutionen oder Vereine beraten sie 39 Mitarbeiter.

An zwei Standorten
Im Landesarchiv wird eine Vielzahl historischer Dokumente aufbewahrt. Für das Landesarchiv in Schwerin stammen diese aus der Regierungs- und Verwaltungstätigkeit der mecklenburgischen (Groß-) Herzogtümer Schwerin und Strelitz, des Freistaates und des Landes Mecklenburg sowie der DDR-Bezirke Schwerin und Neubrandenburg. Für die pommersche Überlieferungen bis 1945 und den Bezirk Rostock ist das Landesarchiv in Greifswald zuständig.

Werner Geske

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Schwerin/Greifswald
Das Landesarchiv, das Zweigstellen in Schwerin und Greifswald besitzt, hat bereits große Teile seines Archivs erschlossen.

Die Bestände in den Zweigstellen in Schwerin und Greifswald umfassen unter anderem rund 15 000 Urkunden und mehr als 100 000 Karten, Pläne und Risse.

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