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Kultur Gerichtsshows konkurrieren um Zuschauergunst
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12:35 24.03.2014

Barbara Salesch, Alexander Hold (beide SAT.1), „Das Jugendgericht“ (RTL) und „Streit um drei“ (ZDF) haben Zuwachs bekommen. Mit dem „Familiengericht“ und dem „Strafgericht“ ist bei RTL eine neue Richtergeneration angetreten. Der Kölner Privatsender pflastert somit seinen Nachmittag mit jetzt insgesamt drei Gerichtsshows in der Zeit zwischen 14 und 17 Uhr. Angesichts dieser neuen Court-TV-Shows mehrt sich die Kritik.

In der Sendung „Das Strafgericht“ führt der hessische Richter Ulrich Wetzel den Vorsitz. Der 45-Jährige muss jeden Tag zwei Strafrechtsfälle verhandeln. Es geht um Diebstahl, Körperverletzung, Vergewaltigung, Kinderhandel, fahrlässige Tötung, Brandstiftung und Mord.

Im „Familiengericht“ dreht sich unter dem Vorsitz von Richter Frank Engeland alles um Ehestreit, Scheidung, Unterhalt und Missbrauchsfälle in der Familie. Die Rechtsanwälte Barbara von Minckwitz und Matthias Klagge vertreten die streitenden Parteien.

„Die im Fernsehen verhandelten Strafsachen haben mit der Realität wenig zu tun“, sagt Martin Köhnke, Leitender Oberstaatsanwalt aus Hamburg. „Für Insider ist die Darstellung bedenklich. In Wirklichkeit geht es bei Verhandlungen viel nüchterner zu, viel sachlicher.“

Gleichwohl könne, so räumt Köhnke ein, der Beruf des Richters, der lange im Verborgenen blieb, auf diese Weise durch das Medium Fernsehen transparenter gemacht werden.

Bei denjenigen Fernsehverhandlungen, in denen es um sexuelle Verbrechen gehe, handele es sich um einen scheinbar seriösen Mantel für Schmuddelthemen, kritisiert der Vorsitzende des Deutschen Richterbundes, Geert Mackenroth. Sie hätten mit dem Gerichtsalltag nichts mehr zu tun.

Auch die Jugendschützer haben „Probleme mit der Themenwahl und der Art der Aufbereitung“, wie Wolf-Dieter Ring, Chef der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien, sagte. Seine Behörde will die Gerichtsshows stärker unter die Lupe nehmen.

RTL-Geschäftsführer Gerhard Zeiler bleibt angesichts der Kritik gelassen. Auch auf eine „Kannibalisierung“ des Genres ist er eingestellt. Zeiler verweist darauf, dass die Werbewirtschaft in den Shows ihre Spots buchen werde, die am erfolgreichsten liefen. Das Beispiel Talkshows beweist, dass nicht alle überleben können. Von ehemals 13 täglichen Formaten sind nur noch fünf am Markt. Und sie müssen jetzt noch mehr um ihre Zukunft fürchten, wenn die neue Generation der Gerichtsshows einschlägt.



CARSTEN RAVE

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