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Geringas und Korstick: Der junge Beethoven – fulminant musiziert

Stolpe Geringas und Korstick: Der junge Beethoven – fulminant musiziert

„Beethoven ist ein Eckstein meiner gesamten Arbeit.“ Das sagt Cellist David Geringas, zurzeit wieder Meisterkursleiter beim Usedomer Musikfestival in Stolpe/Usedom.

Stolpe. „Beethoven ist ein Eckstein meiner gesamten Arbeit.“ Das sagt Cellist David Geringas, zurzeit wieder Meisterkursleiter beim Usedomer Musikfestival in Stolpe/Usedom. In diesem Rahmen präsentiert er selbst an zwei Abenden zwei Variationswerke und alle fünf Cello-Sonaten Beethovens, die ihm als Früh- beziehungsweise Spätwerke des Meisters künstlerisch biografisch wichtig sind.

Nach dem ersten Abend mit den beiden Sonaten op. 5, der (Horn-)Sonate op. 17 und den Variationen über ein Händel-Thema (WoO 45) darf man hinzufügen, dass Geringas damit vor allem gestalterische Aufgaben im Blick hat, die Beethoven für die Gattung Cellosonate in musikhistorisch bedeutsamer Eigenständigkeit als gänzlich neu fordert. Dass damit auch das Klavier – es sind immerhin Sonaten für Klavier und „obligates“ Violoncello, nicht umgekehrt – vor gleichen interpretatorischen, technisch aber ungleich höheren Anforderungen steht, muss bisweilen betont werden. Auf dieser Ebene trafen sich mit Geringas und dem Beethoven-Spezialisten Michael Korstick am Flügel zwei wahre Künstler auf Augenhöhe. Letzterer beeindruckte mit technisch brillantem und fulminant energischem, gelegentlich etwas zu kraftvollem Spiel, hörbar auf eine Präsentation bedacht, die den jungen Beethoven – unverstellt direkt – im unorthodox ausgereizten Kraftfeld zwischen gedanklicher Vertiefung und kontrastgeschärftem Ungestüm zeigt.

Geringas zahlte – nicht verwunderlich – mit gleicher Münze: Wahrheit vor Schönheit. Will heißen: Beethovens Kampf mit dem musikalischen „Material“ als elementares Ausdruckserlebnis; karg, aber leuchtend im sparsam verwendeten Melodischen, sperrig selbst im gelegentlich Liebenswürdigen, kraftvoll, auch tonlich schroff sowie konzessionslos im impulsiven, ja ungebärdigen Verfolgen höchst rasanter musikalischer Abläufe. Das hatte was! Man kann die Stücke durchaus anders musizieren; so aber auch.

Ekkehard Ochs

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