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Glanzpunkt gestalterischer Kompetenz

Glanzpunkt gestalterischer Kompetenz

Eine solche Dreierbeziehung lässt man sich gefallen: mit Norwegens Geigenwunder Vilde Frang, der argentinischen Kult-Cellistin Sol Gabetta und dem französischen Erfolgspianisten Bertrand Chamayou.

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Ekkehard Ochs über den Kammermusikgipfel der Festspiele MV in Greifswald

Eine solche Dreierbeziehung lässt man sich gefallen: mit Norwegens Geigenwunder Vilde Frang, der argentinischen Kult-Cellistin Sol Gabetta und dem französischen Erfolgspianisten Bertrand Chamayou.

Wahrlich ein Gipfeltreffen künstlerischer Kompetenz, das vorgestern in Greifswalds rappelvoller Stadthalle die Gemüter bewegte. Mit Ravels a-Moll-Klaviertrio und dem weniger oft gespielten 2.

Klaviertrio Es-Dur op. 100 von Schubert gelang diesem wohl nur bei den Festspielen MV in dieser Form möglichen Ad-hoc-Triumvirat außerordentlicher Persönlichkeiten eine Präsentation von besonderem gestalterischen Profil. Das meint jenen Standard, der die Welt hinter den Noten als gewissermaßen zweiten Kompositionsprozess hörbar macht, ihn verlebendigt und damit den Hörer an einem aktiven Schöpfungsakt direkt teilhaben lässt. Ein Glücksfall also, Ravels in vielerlei impressionistischen Farben schillerndes und damit sehr französisches Trio auf solche Weise erleben zu können; souverän musiziert in seinen oft filigran zerbrechlich scheinenden, graziös tänzelnden, in strengen liniengeführten oder lyrisch energiegeladenen Klangwelten. Und noch mehr Glücksfall für Schubert, „Mehr handelnd, männlich, dramatisch“ nannte es Schumann im Vergleich zum Trio op. 99, und es sei als für seine Zeit „zürnende Himmelserscheinung“ Schuberts „Eigen-thümlichstes“! Also zielten die drei Protagonisten weniger auf Schönes denn auf Wahres. Will heißen: Ihnen gelang der hoch spannende, zudem kontrastreiche Nachvollzug psychischer Befindlichkeiten von stärkster ambivalenter Gefühlshaftigkeit. Das wollte viel besagen bei auch hier „himmlischen Längen“ (Schumann) und einer Bandbreite des Ausdrucks, die – in ständigen Wechseln – von inniger Lyrik über scherzose Grazie bis zu schicksalhafter sinfonischer Pathetik reichte. Das war einfach nur großartig! Ekkehard Ochs

OZ

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