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Kultur Gleichklang der Sinnsuche
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00:00 26.10.2016
„Louisiana“ (Fotografie, 2015) von Iris und Reinhard Thürmer. Repro: Kunstverein zu Rostock

Eine „Zeichnung im Raum“ nennt Iris Thürmer das, was sich durch die Ausstellung schlängelt: eine mit vielen Dornen bewehrte Brombeerranke, die im Raum hängt und es dem Besucher nicht ganz einfach macht, an die ausgestellten Fotos zu gelangen. Ist das schon ein Sinnbild für den Titel der Ausstellung? „Überleben im Alltäglichen“ heißt die Schau des Künstlerehepaares Iris und Reinhard Thürmer, die der Kunstverein zu Rostock in der Galerie Amberg organisiert hat.

Zu sehen ist – neben dieser Brombeerranke – eine Zusammenstellung aus Fotos, Zeichnungen und Videos, die sich dem gestellten Überlebensthema unterschiedlich nähern. Es ist ein Zitat von Michel Houellebecq, das Iris Thürmer als Leitmotiv für die aktuelle Ausstellung gewählt hat: „Nach mehreren Wochen Seefahrt meldete man Christoph Kolumbus, dass die Hälfte der Lebensmittel aufgebraucht sei.

Nichts wies auf die Nähe von Land hin.“ Was hier mitschwingt, ist das Prinzip Hoffnung. Es regierte bei der Entdeckung Amerikas und nicht nur dort: Die Hoffnung und der Überlebenswille ist wichtig im Leben, in der Kunst auch.

Was die Kunst mit dem Leben zu tun hat – auch dem wird in dieser Ausstellung nachgespürt. Bereits die Konzipierung und der Aufbau der Ausstellung waren ein Prozess der Suche. Entstanden sind die nun zusammengestellten Werke in den letzten vier Jahren, erläutert Iris Thürmer. „Wir hatten zum Beispiel rund 150 Fotos in der Vorauswahl, aus denen wir 40 ausgesucht haben.“ Entstanden sind die kleinformatigen Bilder in den Schaffensprozessen von Iris und Reinhard Thürmer. „Die Fotos sind Motive und Gedankensplitter zugleich“ sagt Iris Thürmer. Oft soll damit auch die Vergeblichkeit des menschlichen Strebens illustriert werden. Sechs Grafiken von Iris Thürmer ergänzen die Ausstellung, entstanden sind sie zu einem Text von Uwe Johnson, der die Flucht aus der DDR thematisierte. Drei Videos komplettieren diese Schau, darunter eines von einem reißenden Bach, das bei einem Frankreich-Aufenthalt des Künstlerehepaares entstanden ist.

Sonst haben die beiden Künstler, die im vorpommerschen Wolthof leben und arbeiten, eher unterschiedliche Arbeitsfelder. Iris Thürmer ist Malerin und Grafikerin, Reinhard Thürmer ist Bildhauer.

Hierfür haben sie zu einer gemeinsamen künstlerischen Sprache gefunden – diese Ausstellung soll „einen Gesamtklang ergeben“, sagt Iris Thürmer. Thorsten Czarkowski

OZ

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