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Goldbergkunst zeigt Malerei von Johanna Nikulski-Dirks

Goldberg Goldbergkunst zeigt Malerei von Johanna Nikulski-Dirks

Was geschieht, wenn die Teilnehmer einer Hochzeitsgesellschaft jeweils als einzelne Figuren, als Isolierte in einer eher grau und abstrakt wirkenden Umgebung gemalt werden?

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Die Malerin Johanna Nikulski-Dirks (47) in der Kirche von Woosten, im Hintergrund ihre Bilder einer Hochzeitsgesellschaft.

Quelle: Gerhard Stromberg

Goldberg. Was geschieht, wenn die Teilnehmer einer Hochzeitsgesellschaft jeweils als einzelne Figuren, als Isolierte in einer eher grau und abstrakt wirkenden Umgebung gemalt werden? Und was, wenn diese Figuren zwar in Kleidung und Pose noch an die Feierlichkeit erinnern, aber als Kontrast dazu auch ganz unfeierliche Profanität (gar Trostlosigkeit?) vermitteln? Bei solchem Anblick muss die Fantasie des Betrachters anspringen, die Deutungslust vor dem Hintergrund eigener Erfahrungen – die Bilder wecken und füttern ein Bedürfnis, diese Bild-Welt genauer zu sehen.

Die Malerin Johanna Nikulski-Dirks, 1968 in Ribnitz-Damgarten geboren und heute in Greifswald lebend, zeigt in der malerisch gelegenen Kirche von Woosten bei Goldberg Arbeiten auf Papier. Zur Eröffnung der kleinen, aber feinen und sehenswerten Schau am Freitag beschrieb Sven Ochsenreiter, der zu den Lehrern der Künstlerin am Caspar-David-Friedrich-Institut Greifswald gehörte, wie es zu diesen Bildern kam: Am Beginn stand ihre flüchtige, zufällige Begegnung mit einer Hochzeitsgesellschaft in einer Tiefgarage. Der Rest ist künstlerische Arbeit mit Farbe und Form: Statt einer Tiefgarage nehmen wir geometrische Formen und Lichtwirkungen wahr (in denen aber auch etwas Pulsierendes ist), dagegen haben die Figuren im Vordergrund etwas Flüchtiges, Schemenhaftes, so als wollten die Gemälde vom Verschwinden des Individuums erzählen, und vom Eigenleben der Abstraktionen nicht nur der Malerei, sondern des Lebens. Neben ihrer Braut-Reihe hat Johanna Nikulski-Dirks eine zweite Serie in die Kirche gehängt, zum Thema Zeit: Abstraktionen von anderer Art, aus deren Formenspielen Momente fantastisch anmutender Lebendigkeit auftauchen.

Mit der Ausstellung in der kleinen Kirche von Woosten startete der Verein Goldbergkunst e.V., der seit 2011 das Kulturleben der Region mitbestimmt, in den Frühsommer. Zu dem umfangreichen Kulturangebot des von der Ärztin Birgit Schröder und dem Fotografen Gerhard Stromberg organisierten Vereins gehörte am Pfingstwochenende auch ein Konzert der Pianistin Janka Simowitsch in der Schule Goldberg.

Und eine weitere, schon länger laufende Ausstellung (noch bis 29. Mai) gibt es in der vom Verein betriebenen Galerie in Goldberg: Malerei von Sylvia Dallmann und Heyko Dobbertin aus MV hängt hier zusammen mit Arbeiten des international bekannten Collagisten Jakob Roepke. Unter dem Ausstellungstitel „Eden“ bieten sie in überwiegend kleinen Formaten ein wahres Fest toller Serien – mit hintersinniger, oft skurriler Fantasie.

Dietrich Pätzold

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