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Grandiose Musik aus Feuer, Erde, Luft und Wasser

Göhren Grandiose Musik aus Feuer, Erde, Luft und Wasser

Seit einigen Tagen feiern die Festspiele MV ihren diesjährigen „Festspielfrühling turbulent und ausgelassen.

Göhren. Seit einigen Tagen feiern die Festspiele MV ihren diesjährigen „Festspielfrühling turbulent und ausgelassen. Wie auch nicht, denn „runde“ 5 Jahre ist diese Reihe nun alt, ihr Künstlerischer Leiter, das Fauré-Quartett, blickt in unveränderter Besetzung auf 20 Jahre internationaler Karriere zurück, und das künstlerisch hochkarätige Aufgebot lässt es an Gründen für Stolz und helle Begeisterung bei allen Beteiligten — Veranstalter wie Publikum — nicht mangeln. Rügen im musikalischen Ausnahmezustand, überflutet von täglich oft mehreren Konzerten und Begleitveranstaltungen. Und die präsentieren sich unter dem direkt wie metaphorisch zu verstehenden Generalthema „Die vier Elemente“ - Feuer, Wasser, Erde, Luft — im Wortsinne „temperamentvoll“ und schon mal urgewaltig. So zumindest hinsichtlich einer oft sehr unmittelbaren Wirkung, wie sie mit Klavierquartetten Josef Suks (op. 1) und Antonin Dvoráks (op. 87) schon das Eröffnungskonzert („Frühlingserwachen“) im Marstall Putbus prägte. Ein wieder wie entfesselt musizierendes Fauré-Quartett sorgte für einen eher frühlingsstürmischen Auftakt: mit böhmisch inspirierter Musikalität, hinreißender Vitalität — und mit immer wieder beglückenden Aha-Erlebnissen darüber, dass Musik derart plastisch, pulsierend und eindringlich „redend“ erlebbar gemacht werden kann; vom betörend klangintensiv ausgefüllten Spannungsfeld zwischen versonnener, volkstümlicher Lyrik, scherzoser Tanzhaftigkeit und dramatisch- opulentem orchestralen Impetus ganz zu schweigen. Da kam schon Bedauern darüber auf, dass dieses unverzichtbar scheinende Ensemble die Künstlerische Leitung des Festivals nun in andere Hände geben wird. Aber noch waren und sind die Faurés da: mit gewohnt beeindruckender gestalterischer Bandbreite. So gelang ihnen in der Kunstscheune Vaschvitz eine beklemmend beeindruckende Wiedergabe von Messiaens alle Besetzungs-, Form- und Gestaltungsregeln durchbrechenden „Quatuor pour la fin du temps“ (Quartett vom Ende der Zeit, Matthias Schorn, Klarinette). Man traf sie aber auch später als partiell Mitwirkende in Göhrens Nordperd-Halle, die ein faszinierend leidenschaftlicher Dominique Horwitz mit Band zum geradezu gestürmten Mekka für Freunde französischen Chansons (Jacques Brel) machte. Und noch eine Gesangsleistung begeisterte: Annette Dasch als „Lady of the lake“ — am Flügel mit Schwester Katrin Dasch — und mit durchaus nicht nur vordergründig aufs Element Wasser bezogenen Liedern von Haydn, Schubert und Brahms, Wolf, Zemlinsky und Britten.

Ein sängerisch wie gestalterisch großartiges Erlebnis.

Von Ekkehard Ochs

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