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Kultur Greifswalder Bachwoche rückt Mendelssohn in Fokus
Nachrichten Kultur Greifswalder Bachwoche rückt Mendelssohn in Fokus
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20:39 16.05.2018
Die „Liedertafel St. Nikolai“ gab gestern im Lutherhof einen musikalischen Vorgeschmack auf die Bachwoche. Das Haus gehört neben den drei Hauptkirchen Greifswalds, der Wiecker Kirche, der Uniaula und St. Spiritus zu den Veranstaltungsorten. Links im Bild: Jochen A. Modeß. Quelle: Foto: Petra Hase
Greifswald

Kirchen, Kapellen und das Forschungsinstitut auf dem Riems werden im nächsten Monat beim ältesten Musikfest Mecklenburg-Vorpommerns wieder Aufführungsorte für geistliche Musik sein. Unter dem Motto „MeMo“ rückt die 72. Greifswalder Bachwoche ab 4. Juni den Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy und Jochen A. Modeß in den Mittelpunkt. Der langjährige künstlerische Leiter des „Festivals Geistlicher Musik im Norden“ verabschiedet sich mit diesem Programm von der Traditionsreihe.

„Von den 43 Veranstaltungen sind 19 kartenpflichtige Konzerte, bei denen in großen Besetzungen Messen, Oratorien und Orgelmusiken aufgeführt werden“, sagt Modeß, der die Bachwoche seit 25 Jahren leitet. Für seinen Abschied wählte er mit „Bach und Mendelssohn“ dasselbe Thema wie für seine erste Bachwoche 1994. Wobei das Motto „MeMo“ nicht nur für die beiden Komponisten steht, sondern auch für die Rückbesinnung auf das von Modeß geprägte Vierteljahrhundert des Festivals.

Festival erwartet rund 11000 Besucher

„Zu dem einwöchigen Musikfest werden rund 11000 Besucher erwartet“, so Pressesprecher Pfarrer Reinhard Lampe. Damit habe sich die Schar der Liebhaber in den vergangenen Jahren weiter vergrößert. Besucher kämen nicht nur aus Mecklenburg-Vorpommern, sondern auch aus dem Hamburger und Berliner Raum. „Das hat die Nordkirche für uns geöffnet“, sagt Modeß. Sie ist Träger der Greifswalder Bachwoche in Kooperation mit der Universität Greifswald, dem Land und der Hansestadt. Herzstück der Bachwoche, so Kirchenmusikdirektor Modeß, sind traditionell die täglichen „Geistlichen Morgenmusiken“ mit den Bachkantaten. Sie sind, wie die meisten Veranstaltungen dieser Woche, kostenlos für jedermann. Kräftigen Posaunenschall gibt es zum Auftakt der Bachwoche: Der feierliche Eröffnungsgottesdienst mit Bläsern der Nordkirche findet am 4. Juni um 18 Uhr im Herzen Greifswalds auf dem historischen Marktplatz statt. Daran schließt sich eine Caspar-David- Friedrich-Nacht mit Musik von Modeß und etwa 200 Mitwirkenden im Dom an. Der eine oder andere Musikfan mag sich an die Uraufführung dieser musikalischen Reflexion zu Bildern des großen Romantikers im Jahr 2014 erinnern. Der Komponist nutzt nun die letzte Chance als Programmgestalter, den Zyklus noch einmal zu Gehör zu bringen. Ganz dem Wunsch von Annelise Pflugbeil entsprechend. Die Cembalistin und „Mutter der Greifswalder Bachwoche“, verstarb 2015 im Alter von 97 Jahren. Doch für Klassikfreunde gibt es darüber hinaus eine ganze Reihe schöner Konzerte. Das Zentrum bilden Werke mit Bearbeitungsbeziehungen, wie etwa Bachs Matthäus-Passion in der Fassung, in der sie Mendelssohn nach langer Zeit wieder bekannt machte.

Das gab es noch nicht: „Christus“ komplett

Auch Bachs Messe g-moll, die Modeß mit anderen Werken Bachs zu einer „Missa tota“ erweiterte, steht auf dem Programm. Höhepunkt und Abschluss der 72. Bachwoche ist Mendelssohns Oratorium „Christus: Erde, Himmel, Hölle“. Im Original durch den frühen Tod des Komponisten ein Fragment, das Jochen A. Modeß durch Adaption und Textierung von anderen Mendelssohn-Werken zu einem vollständigen Oratorium erweiterte. „Ein abendfüllendes Programm mit Orchester und Chören“, macht der Festivalchef neugierig. Dessen Erarbeitung habe sich über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren erstreckt.

Ebenso reichhaltig ist das Kammermusikprogramm, dessen Höhepunkt das Konzert mit dem Kammermusikorchester der Komischen Oper Berlin ist. „Die Dorfkirchen-Konzertreise führt in diesem Jahr nach Jarmshagen und zum Friedrich-Loeffler-Institut auf der Insel Riems“, nennt Modeß ein weiteres Angebot. Doch auch musikalische Nachtgebete, Vorträge, Mitsingprojekte, Mitternachtsmusiken und Kinderkonzerte gehören wieder zum Festival.

Die 72. Greifswalder Bachwoche – eine Auswahl

4. Juni, 16 Uhr, Aula der Universität: Clavichordkonzert;

18 Uhr, Marktplatz: Eröffnungsgottesdienst mit Bläsern;

20 Uhr, Dom: Caspar- David-Friedrich-Nacht

5. Juni, 20 Uhr, Dom: Bach, Mozart und Mendelssohn;

22 Uhr, St. Jacobi: Ensemble Brasscussion

6. Juni, 20 Uhr, Dom: Bachs Messe g-Moll in Erweiterung durch

Jochen A. Modeß

7. Juni, 11.30 u. 15 Uhr, Dom: Kinderkonzerte;

20 Uhr, St. Jacobi: Große Kammermusik mit dem Kammerorchester der Komischen Oper Berlin

8. Juni, 20 Uhr, Dom: Matthäus-Passion

10. Juni, 20 Uhr Dom: „Christus: Erde, Hölle, Himmel“ von Mendelssohn und Modeß

Karten: Dombuchhandlung und Buchhandlung Scharfe

Petra Hase und Martina Rathke

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