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Grille und Ameise: Puppenspiel über den Sinn der schönen Künste

Rostock Grille und Ameise: Puppenspiel über den Sinn der schönen Künste

Ohne die Grille wäre die Welt am kleinen Teich, im Gras, wo all die Tiere wohnen, nicht so schön. Es ist Frühling, alles krabbelt, lebt und freut sich. Nur die Ameisen arbeiten.

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Karl Huck mit „Grille und Ameise“ in Rostock

Quelle: Wiebke Volksdorf

Rostock. Ohne die Grille wäre die Welt am kleinen Teich, im Gras, wo all die Tiere wohnen, nicht so schön. Es ist Frühling, alles krabbelt, lebt und freut sich. Nur die Ameisen arbeiten. Die Schnecke schleicht herum und erwartet gelassen das große Konzert. Der Frosch hüpft umher, erschreckt andere und glaubt, das bisschen Musik, könne er selbst: Quak! Der Käfer sucht herum und findet seinen Platz in der ersten Reihe. Und aufgeregt flattert der Schmetterling über die Wiesen, er liebt die schönen Künste, bewundert die Grille, himmelt sie an, dieses große Bühnengenie, und kann es kaum erwarten. Nur die Ameisen arbeiten.

Dann gibt die Grille endlich ihr lang erwartetes Violinkonzert, die Freude ist groß. Nur die Ameisen arbeiten. Und dann kommt der Winter! Die Ameisen haben es ja gesagt. Alle verkriechen sich, haben irgendwie vorgesorgt. Am kuscheligsten ist es bei den Ameisen, natürlich. Dort ist auch die Speisekammer pickepackvoll. Nur die Grille hat vergessen, sich für die kalte Jahreszeit zu rüsten, die eitle Künstlerin. Sie dachte, sie könne mit der Geige in der Gegend rumstehen, dem Winter und der Kälte trotzen. Nun droht sie zu erfrieren. Wären da nicht die Ameisen, die ihr Unterkunft gewähren, obwohl sich die große Künstlerin den Frühling über, Sommer und Herbst lang über sie lustig gemacht hat. Und dann kommt der Frühling und alles beginnt von vorn. Von vorn? Oder hat irgendwer gar dazugelernt?

Kaum zu erwarten. Die kleine halbstündige Parabel „Die Grille und die Ameise. Ein zartes und musikalisches Puppenspiel für das ganz junge Publikum“, die Karl Huck 60 Kindern und zehn Erwachsenen gestern früh im Heck des Rostocker Volkstheaters servierte, war liebevoll, sehr lieb und gut gemeint. Ob die Message bei den Kindergarten-Steppkes angekommen ist? Nun ja.

Im Puppenspiel ist die Arbeiterklasse eine behütende, schützende. Den Künstlern, ohne die man gewiss irgendwie (über-)leben könnte, wird Obhut geboten, sie werden bewundert, aber auch belacht für ihre Unfähigkeit zum praktischen Leben. Und das stimmt ja auch: Denn ohne Publikum ist alle Kunst umsonst. Aber ob das noch zeitgemäß ist, in dieser Welt? Vielleicht — aber doch wohl eher außerhalb von Rostock.

Von Michael Meyer

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