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Große Giacometti-Retrospektive in der Tate Modern

Einmaliger Künstler Große Giacometti-Retrospektive in der Tate Modern

Die spindeldürren Bronze-Figuren von Alberto Giacometti sind unverkennbar, einmalig und weltberühmt. Nun blickt die Tate Modern in London mit einer großen Retrospektive auf das mehr als 40-jährige Schaffen des Schweizer Bildhauers und Malers zurück.

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Der Raum und die Leere: Spindeldürre Figuren von Alberto Giacometti.

Quelle: Joe Humphrys/tate Modern

London. Bronze, Gips und Terrakotta - zehn Räume Giacometti pur stellt die Tate Modern in ihrer Retrospektive über den Schweizer Künstler vor.

Keine Gegenüberstellungen oder Vergleiche, sondern der Versuch, den Bildhauer, Maler und Grafiker als einen der größten Künstler des 20. Jahrhunderts neben Zeitgenossen wie Matisse und Picasso zu etablieren.

„Giacometti ist ein absolut einmaliger Künstler mit tiefen Wurzeln in der Avantgarde-Bewegung des 20. Jahrhunderts und der internationalen Kunstgeschichte. Sein Werk ist eine Destillation von allem, und das kann man von keinem anderen Künstler sagen“, sagte Tate-Chefin Frances Morris der Deutschen Presse-Agentur.

Als leitende Kuratorin der Schau „Giacometti“ ist Morris stolz auf die enge Zusammenarbeit mit der Giacometti-Stiftung in Paris, die seit 2014 von Co-Kuratorin Catherine Grenier geleitet wird. Neue Forschung und „neues Denken“ machten es möglich, Giacometti als einen Künstler zu zeigen, der „nicht nur in Bronze arbeitete“, sondern „ein echter Macher“ war, so Morris.

Er hasste Konventionen, arbeitete mit den verschiedensten Materialien und bewegte sich „nahtlos zwischen Antike und Moderne, schöner und dekorativer Kunst“, sagte Morris. Laut Grenier suchte Giacometti ständig die Synthese zwischen den unterschiedlichsten Kunstrichtungen und seinen Träumen, der Poesie und den Fragen von Gewalt, Leben und Tod.

Ergebnis der beispiellosen Zusammenarbeit ist die Präsentation von mehr als 250 Werken von Giacometti, von denen viele - nicht zuletzt wegen ihres fragilen Zustands - erstmals überhaupt gezeigt werden. Empfangen wird der Besucher von einem ganzen Raum voller zerbrechlich wirkender aufgereihter Köpfe aus Bronze, Gips und Terrakotta. Es sind Abbildungen von Giacomettis Eltern und Geschwistern, verschiedenen Musen, Freunden wie Simone de Beauvoir, und später von Annette, seiner Ehefrau und seinem Modell.

In Paris wurde Giacometti ab 1922 stark von Kubismus und Surrealismus beeinflusst, bevor er nach dem Zweiten Weltkrieg mit der Kreation der typisch hageren Bronzefiguren begann. „Ich wollte die Skulptur einer Frau schaffen, die ich aus einiger Entfernung einmal auf der Straße gesehen hatte“, sagte Giacometti dazu. Sein Freund Jean-Paul Sartre soll laut Morris gesagt haben, die abgemagerten Plastiken erinnerten ihn zunächst an Überlebende von Buchenwald, aber „im nächsten Augenblick steigen die schmalen Figuren zum Himmel auf“.

Höhepunkt der Ausstellung ist die Präsentation der Figurengruppe „Die Frauen von Venedig“, die Giacometti 1956 für die Kunstbiennale von Venedig schuf. Die sechs Original-Plastiken wurden nach mühsamer Restauration erstmals seit 60 Jahren in der Ausstellung wieder zusammengeführt, flankiert von zwei weiteren Gipsskulpturen. Eine mit ähnlichen Frauenkörpern bemalte Tür aus Giacomettis Schweizer Studio ist ebenfalls erstmals zu sehen.

Neben den vielen langgezogenen Skulpturen von schreitenden Männern und seltsam anmutigen Frauenkörpern sind Schlüsselwerke wie „Frau mit durchgeschnittener Kehle“ (1932), „Die Nase“ (1947-49) und „Das Bein“ (1958) zu sehen. Ebenso wie Miniatur-Figuren, Gemälde und Gebrauchsgegenstände wie Vasen, Stehlampen und Schmuck, die Giacometti in den 1930er Jahren zum Lebensunterhalt schuf.

dpa

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