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Rostock Große Handwerkskunst

Der Rostocker Instrumentenbaumeister Michael Münkwitz baut eine historische Trompete nach / Nun wurde er mit dem Bayerischen Staatspreis geehrt / Die Trompete ist weltweit gefragt

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Michael Münkwitz mit einem Nachbau der Birckholtz-Trompete in seiner Werkstatt.

Quelle: Fotos: Dietmar Lilienthal, Nele Reiber

Rostock. „Das war der Lohn für eine jahrelange Arbeit“, sagt Michael Münkwitz stolz. Geehrt wurde der Instrumentenbaumeister auf der Internationalen Handwerksmesse in München 2016 für den Nachbau einer historischen Trompete. „Dieser Preis ist auch eine Würdigung für das Handwerk insgesamt in Mecklenburg-Vorpommern“, ist sich Michael Münkwitz dieser Bedeutung bewusst. Denn der Bayerische Staatspreis wird für besondere gestalterische und technische Leistungen im Handwerk verliehen. Als Instrumentenbauer hat Michael Münkwitz viel Arbeit, Zeit und Liebe in den Trompetennachbau investiert.

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Der Rostocker Instrumentenbaumeister Michael Münkwitz baut eine historische Trompete nach / Nun wurde er mit dem Bayerischen Staatspreis geehrt / Die Trompete ist weltweit gefragt

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Der Bayerische Staatspreis

Er besteht aus einer Urkunde, einer Goldmedaille und ist mit insgesamt 5000 Euro dotiert — der Bayerische Staatspreis. Er wird Ausstellern des technischen und des Kunsthandwerks auf der Internationalen Handwerksmesse München für besondere gestalterische und technische Leistungen im Handwerk verliehen, die über dem Durchschnitt liegen.

Das hat eine lange und interessante Vorgeschichte, alles geht auf einen interessanten Fund zurück: 2005 war Michael Münkwitz auf eine seltene Trompete gestoßen, die in der Dorfkirche von Belitz bei Prebberede hing. „Ich hab die Information zunächst nicht ernst genommen“, räumt Münkwitz heute ein. Als er vor dem Instrument stand, war er überwältigt. Es war eine sogenannte Naturtrompete aus dem 17. Jahrhundert. Rund 350 Jahre hatte sie in der Kirche an der Wand gehangen.

Michael Münkwitz stellte Nachforschungen an und fand heraus, dass der berühmte Nürnberger Instrumentenbauer Wolff Birckholtz diese Trompete hergestellt hatte. Sogar der letzte Besitzer des Instruments ließ sich ermitteln, es war Jacob Hintze, ein ehemaliger Stabstrompeter, der später als Gastwirt eine Poststation bei Belitz betrieb. Nach seinem Tod landete die Trompete in der dortigen Kirche.

Nach dem Fund wurde das Instrument vermessen und analysiert. Es galt herauszufinden, welche Materialien verwendet wurden und welche Handwerkstechniken damals von Birckholtz angewandt wurden. Daran orientierte sich Michael Münkwitz bei seiner Arbeit. In seinem Beruf ist echte Handwerkskunst gefragt. Schneiden, verzahnen, verlöten, aushämmern — so entsteht das Schallstück, später werden Hülsen, Knauf und Kranz verlötet und komplettieren das Instrument. Die Besonderheit an der Birckholtz-Trompete: Sie hat keine Ventile. Denn das Trompetenventil wurde erst um 1815 erfunden. Davor erzeugten die Trompeter Töne lediglich mit Blastechnik, auch bei diesem Instrument. Michael Münkwitz baut diese Trompete akribisch genau nach und verkauft sie in zwei Varianten, eine für 2800 Euro und eine ohne Zierrat für 2000 Euro. Nachgefragt werden solche Instrumente weltweit, wenn Orchester mit historischen Instrumenten Werke genau so spielen wollen, wie sie in der Zeit von Bach, Händel und Telemann geklungen haben.

Michael Münkwitz ist Instrumentenbauer mit Leib und Seele. Der 59-Jährige kam Ende der 1970er Jahre nach Rostock, repariert seitdem Metall- und Holzblasinstrumente aller Art, verkaufte sie auch und war zudem als Konzertveranstalter aktiv. Heute konzentriert sich Münkwitz in seiner Werkstatt in einem Gewerbegebiet am Rande Rostocks aufs Reparieren und aufs Bauen. Bei der Metallbearbeitung wird‘s manchmal laut. „Aber hier kann ich arbeiten, ohne dass es jemanden stört“, sagt Michael Münkwitz.

Das Originalinstrument ist übrigens in die Heimat seiner Erbauers zurückgekehrt. Die Birckholtz-

Trompete hängt jetzt als Leihgabe aus Belitz im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg.

Von Thorsten Czarkowski

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