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00:00 05.12.2017
Ekkehard Ochs über ein Adventskonzert in Ulrichshusen

Mit vier Veranstaltungen haben die Festspiele MV am vergangenen Wochenende die Reihe ihrer diesjährigen Adventskonzerte begonnen: mit Lesungen und Klaviermusik in Schwiesel und Stolpe (Clemens von Ramin, Martin Stadtfeld) sowie Preisträgerkonzerten in Ulrichshusen. Dort sorgten Daniel Hope (Violine) und Sebastian Knauer (Klavier) im heimeligen Schloss-Saal für jene musikalische Feststimmung, die diesen Ort samt wieder attraktivem Konzertscheunen-Weihnachtsmarkt auch ungeachtet scheußlich kalten Regenwetters zum lohnenswert herzerwärmenden Ziel machte. Mit sehr guten Bekannten also, und das betraf Interpreten wie Repertoire. Anlass also, sich einmal mehr wiederholen zu müssen? Aber sei´s drum: Wenn Hope/Knauer sich im Duo an das Brahmssche Scherzo aus der F-A-E-Violinsonate machen und die A-Dur-Sonaten Beethovens („Kreutzer-Sonate“ op. 47) und César Francks präsentieren, dann ist ohnehin Besonderes vorprogrammiert; eingeschlossen die Erfahrung, dass sich verändernde Sichtweisen und Gestaltungsabsichten im Interpretatorischen auch neue Erlebnisdimensionen für den Hörer eröffnen. So überraschte schon der Brahms mit enormer Kontrastschärfe zwischen harter Gangart, geballter Energie und dem Schmelz gefühlvoller Sanglichkeit, eine Art der Wiedergabe, die sich im folgenden Beethoven potenzierte. Hier geriet dem Duo der von Beethoven als „sehr konzertant“

bezeichnete Stil des Werkes zum künstlerischen Ereignis: jenseits jeden klanglichen Wohlgefallens, kompromisslos im dynamischen Furor, nahezu konstruktivistisch in der Materialbehandlung und überfallartig direkt im nun auf Öffentlichkeit zielenden künstlerischen Anspruch. Ein Zeitgenosse Beethovens soll diesbezüglich gar von „ästhetischem und artistischem Terrorismus“ gesprochen haben!

Den wusste man in Ulrichshusen aber ebenso zu schätzen wie Francks romantisch weichere, melodieorientierte, klangsensible und geschmeidige, aber kaum weniger energiegeladene Tonsprache – ein Stück mit Suchtpotenzial! Wie der gesamte Abend!

OZ

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