Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Kultur Gruselig ausgelaugt
Nachrichten Kultur Gruselig ausgelaugt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:54 19.04.2013
"Scary Movie 5" (2012) ist ein wenig überzeugender Versuch, die frechen Horrorfilm-Parodien wieder aufleben zu lassen. Quelle: 2013 Constantin Film Verleih GmbH
Anzeige

Stark anfangen, dann nicht mehr nachlassen - und sich zum Schluss hin gewaltig steigern. Das ist die Regel, die eigentlich jede Filmproduktion beherzigen sollte, die Wert darauf legt, ihre Zuschauer nicht zu enttäuschen - oder im schlimmsten Fall sogar zu nerven. Die Horrorfilm-Parodie "Scary Movie 5" (2012) beginnt tatsächlich mit einer leidlich originellen Bettszene, in der Serien-Schwerenöter Charlie Sheen ("Two and a Half Men") und Ex-Disney-Teeniestar Lindsay Lohan ("Bekenntnisse einer Highschool-Diva") ihren durch Alkohol- und Drogen-Exzesse ramponierten Ruf selbst karikieren - und sich lässig auf den Arm nehmen. Nach wenigen Minuten ist der Spaß vorbei - und der eigentliche Film beginnt. Der macht fehlende Einfälle durch Derbheit wett und langweilt ziemlich rasch.

2000, als die erste junge Teenie-Horrorwelle schon so langsam am Abrollen war, traf "Scary Movie" einen Nerv. Ziemlich respektlos und mit Sinn für das Timing der Zoten nahm der Film das durch "Scream - Schrei!" oder "Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast" etablierte neue Lieblings-Genre auf die Schippe. Für drei weitere Fortsetzungen reichte der Atem gerade noch aus.

Seit 2006, als "Scary Movie 4" in die Kinos kam, ist mittlerweile eine ganze Weile vergangen. Dass die Fans auf ein weiteres Sequel hingefiebert hätten, kann man nicht wirklich unterstellen. Horrorfilme sind längst nicht mehr so sehr Schulhof- und Kaffeeküchen-Thema, wie sie es noch in der ersten Dekade des neuen Jahrhunderts waren. Und in dieser Trendwende liegt für die Parodisten ein riesiges Problem: "Scary Movie 5" fehlt schlicht der ausreichende Bezugsrahmen zu adäquat bekannten Filmen, bei denen es sich lohnen würde, sie durch den Kakao zu ziehen.

Natürlich schaut man sich eine freche Genre-Veräppelung nicht wirklich wegen einer originellen Story an. Aber die Drehbuchautoren David Zucker und Pat Proft mussten bei "Scary Movie 5" wirklich ziemlich um die Ecke denken, um die vielen nur gelegentlich wirklich witzigen, in der Regel allerdings platten bis peinlichen Gags mit einer Art "blutroten" Faden zu verbinden. Zentrale Referenz der Handlung ist das "Bedrohte Spießerfamilie"-Modell. Jody (Ashley Tisdale) und Dan (Simon Rex) wohnen mit verwahrlosten Pflege-Kindern, einem Baby und zwei verschlossenen Mädchen, die zuvor in der stereotypen einsamen Horrorhütte im Wald aufgefunden worden waren, unter einem Dach. Schon bald mehren sich die verstörenden Ereignisse. In der Vorort-Villa ereignen sich wie in den "Paranormal Activity"-Filmen bedrohliche Dinge - vor allem nachts. Es beginnt mit Terrorgeräuschen, mysteriösen Pfannen-Attacken und marodierenden Haushaltsgeräten. In ihrer Not engagieren die Campbells sogar einen Geisterjäger mit unorthodoxen Methoden.

Der zweite durchgängige Bezugspunkt der mehr derben als furchterregenden Späße ist ein Film, den das deutsche Kinopublikum noch gar nicht richtig kennen kann: "Mama" ist ein Horrorthriller über einen Rachegeist, der zwei schwer traumatisierte kleine Mädchen zu beschützen versucht. In den USA kam der Film im Januar heraus, hierzulande startete er erst am 18. April. Künstlerpech, das kaum jemand die Anspielungen des "Scary Movie"-Teams verstehen dürfte.

Daneben gibt es ziemlich ungewöhnliche Seitenblicke - etwa auf den Sado-Maso-Bestseller "Fifty Shades of Grey", aber auch auf den vertrackten Traum-Thriller "Inception" von Christopher Nolan. Eher bemüht ist der Bezug zum Oscar-Hit "Swan Lake": Jody, die neben ihrer Hausfrauen-Pflichten ihre Karriere als Ballett-Tänzerin vorantreiben möchte, schlüpft hierbei in die Natalie-Portman-Rolle. So richtig Schwung kommt durch den Tanzboden-Horror allerdings auch nicht in den Film.

Am Schluss hätte man gerne statt der unlustigen Outtakes zum Film noch einmal Charlie Sheen gesehen. Seine Wiederkehr in einer Horror-Groteske wirkt durch seinen verkorksten Lebens- und Arbeitsstil einfach glaubwürdig. Doch neben einigen eher lieblosen Promi-Cameos (Heather Locklear, Snoop Dogg, Usher) macht sich Sheen rar.

"Scary Movie 5" bei Facebook

Homepage Constantin

Ashley Tisdale bei Twitter

Lindsay Lohan bei Twitter

Charlie Sheen bei Twitter

Infoseite zum Film

(WMV)

(Flash)

teleschau

Schwedischer Trompeter Bergcrantz spielt mit jungem Rostocker Saxofonisten.

19.04.2013

Medienkompetenz-Preise nach Bützow, Rostock und Tessin. Rostocker Filmfestival eröffnet.

19.04.2013

Dramatische Geschichten um starke Frauen und Männerfreundschaften, aber auch britischen Humor versprechen die Organisatoren des 23. Filmkunstfestes Mecklenburg-Vorpommern.

19.04.2013
Anzeige