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Kultur Haftbefehl gegen Bolschoi -Startänzer erlassen
Nachrichten Kultur Haftbefehl gegen Bolschoi -Startänzer erlassen
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11:06 08.03.2013
Sergej Filin wurde Opfer eines Säure-Anschlags. Foto: Sergei Ilnitsky
Moskau

Es bestehe Fluchtgefahr, begründete das Gericht in Moskau am Donnerstag seine Entscheidung.

Der 29 Jahre alte Solist des legendären Theaters soll den Anschlag auf Sergej Filin am 17. Januar organisiert haben. Ihm drohen bis zu zwölf Jahre Gefängnis. Er bestritt, ein Säure-Attentat in Auftrag gegeben zu haben.

In Untersuchungshaft kamen auch zwei Männer im Alter von 32 und 35 Jahren, von denen einer Filin mit Schwefelsäure das Gesicht verätzt haben soll. Der Verdächtige, der bereits sieben Jahre im Gefängnis gesessen hatte, schwieg zu den Vorwürfen. Die Untersuchungshaft ist zunächst bis 18. April angesetzt.

Der 42-jährige Chef der mit 220 Tänzern größten Balletttruppe der Welt wurde nach Angaben seiner Anwältin erneut in der Augenklinik in Aachen operiert. „Der Eingriff verlief gut“, sagte sie der Agentur Interfax. Filin konzentriere sich auf die Heilung, um seine Arbeit im Sommer wieder aufzunehmen.

Dmitritschenko war auf Bildern aus dem Gerichtssaal in einem Gitterkäfig zu sehen. Er soll dem Attentäter 50 000 Rubel (1250 Euro) gezahlt haben, wie das Innenministerium mitteilte. In einem Polizeivideo hatte er eingeräumt, den Überfall organisiert zu haben.

Nun sagte er vor Gericht: „Ich habe keinen Auftrag gegeben, einem Menschen Schaden zuzufügen. Dass ich bestellt habe, Filin mit Säure zu überschütten, ist die Unwahrheit.“ Als er von den Verätzungen erfahren habe, sei er entsetzt gewesen, sagte der Tänzer.

Indirekt machte er Filin für Korruption und Vetternwirtschaft am weltberühmten Musentempel verantwortlich. Bald werde alles ans Licht kommen, meinte er. Über Probleme mit dem Ballettchef habe er auch mit dem Haupttatverdächtigen gesprochen, sagte Dmitritschenko. Die Verteidigung des Tänzers geht davon aus, dass der mutmaßliche Täter selbst die Initiative für den Anschlag mit Säure ergriffen habe.

Kollegen des Ballettsolisten kritisierten den Haftbefehl. Sie vermuten, dass Dmitritschenko Opfer einer Intrige am größten Staatstheater des Landes sei - und sich unter äußerem Druck selbst belastet habe. „Sie wissen doch, wie das in unserem Land läuft“, sagte der Bolschoi-Künstler Roman Denissow. Menschenrechtler beklagen immer wieder illegale Methoden bei der Polizei mit psychischem oder physischem Druck und gefälschten Beweismitteln.

Dagegen berichteten Medien unter Berufung auf Ermittler und Informanten im Bolschoi, dass Dmitritschenko es auch auf den einflussreichen Posten des Ballettchefs abgesehen haben soll. Seine Gegner innerhalb des Bolschoi schilderten den Ballettstar, der unter anderem die Titelpartie in „Iwan der Schreckliche“ tanzte, als „explosiv“, „unkontrollierbar“ und „größenwahnsinnig“.

dpa

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