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00:00 29.04.2016
Hamburg

. Der „Wanderer über dem Nebelmeer“ von Caspar David Friedrich (1774-1840) hat ein neues Zuhause: Erwartungsvoll blickt er neben anderen Meisterwerken des deutschen Romantikers, wie „Das Eismeer“ und „Meeresufer im Mondschein“, in die Ferne. Wirkungsvoll in Szene gesetzt mit LED-Technik, umgeben von grüngrauen Wänden und edlem Eichenparkett. Am Sonnabend wird die Hamburger Kunsthalle, eine der bedeutendsten Kunstsammlungen Deutschlands, nach einer umfangreichen Modernisierung wiedereröffnet — endlich können die Besucher lange vermisste Meisterwerke wiedersehen und neu entdecken.

„Für mich ist ein Traum in Erfüllung gegangen“, sagt Kunsthallen-Direktor Hubertus Gaßner gestern. „Es gibt keinen Raum vom tiefsten Kellergeschoss bis zum höchsten Dachstuhl, der nicht umgestaltet wurde.“ Auch Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) zeigt sich beeindruckt: „Das ist eine gelungene Modernisierung eines Museums, das selber eine lange Geschichte hat.“

In den vergangenen 17 Monaten wurden der Gründungsbau von 1869 und der neoklassizistische Erweiterungsbau von 1919 dank einer Spende der Dorit und Alexander Otto Stiftung in Höhe von 15 Millionen Euro modernisiert. Im Erdgeschoss wurde die Galerie der Gegenwart von 1997 umgebaut. Die Stadt steuerte sieben Millionen Euro für die Sanierung des Depots und die Außenanlagen hinzu. „Ein fast 150 Jahres altes, denkmalgeschütztes Museum zu sanieren und zu modernisieren ist vergleichbar mit der behutsamen Restaurierung eines alten Kunstwerks“, sagte Stifter Alexander Otto, dessen Firma ECE auch die Projektsteuerung übernahm.

Zentrales Element der Modernisierung ist der wieder erschlossene historische Haupteingang am Gründungsbau mit Blick auf die Alster — früher lag der Haupteingang seitlich am Erweiterungsbau mit Blick auf den Hauptbahnhof. Ein großzügiges Foyer begrüßt nun die Besucher — mit Museumsshop, Café und Veranstaltungssaal. „Unser wichtigstes Ziel war es, das Museum für die Besucher überschaubar zu machen“, sagt Gaßner. Dafür wurde „zusammengelegt, was zusammengehört“: Erstmals bilden die drei Gebäude der Kunsthalle eine sinnvolle Einheit.

Erstmals ist nun auch ein Rundgang durch alle Epochen von den Alten Meistern bis zur Kunst der Gegenwart möglich. Über die große Eingangstreppe gelangt der Besucher zu den Alten Meistern von Hans Holbein dem Älteren bis Lucas Cranach dem Älteren. Viel Platz gibt es für die Romantik: Philipp Otto Runge und Caspar David Friedrich sind eigene Räume gewidmet. Es folgen Meisterwerke des französischen Impressionismus von Gustave Courbet, Edgar Degas und Edouard Manet. Den Lieblingskünstlern von Gründungsdirektor Alfred Lichtwark (1852-1914), Max Liebermann und Lovis Corinth, sind zwei neue Ausstellungsräume gewidmet. In den Räumen der Klassischen Moderne, die bereits 2006 umfassend renoviert wurden, erwarten Meisterwerke wie Edvard Munchs „Madonna“ (1893), Ernst Ludwig Kirchners „Maler und Modell“ (1910) oder Emil Noldes „Triptychon“ die Besucher.

OZ

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