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Kultur Hans-Dieter Bartel: Bewegtes Leben in Bildern
Nachrichten Kultur Hans-Dieter Bartel: Bewegtes Leben in Bildern
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17:47 13.12.2018
Künstler Hans-Dieter Bartel in seiner Ausstellung in der Orangerie Putbus. Quelle: Dietmar Lilienthal
Putbus

“81 und überhaupt ...“, schon der Titel, den Künstler Hans-Dieter Bartel für seine Schau in der Orangerie in Putbus gewählt hat, ist ungewöhnlich. „Ich hatte viele Gedanken, die mir durch den Kopf gingen. Einer war, ich bin 81 Jahre alt. Was steht da noch bevor. Und überhaupt, warum malt man noch?“, sagt Bartel. Die Antwort darauf ist einfach. Weil ihn die Leidenschaft dafür einfach nicht loslässt. Dafür steht die Zahl 81 im Titel, die zeigt, hier wird nicht etwa abgerundet oder abgeschlossen. Und dafür stehen seine aktuellen Werke, die Bartel neben zahlreichen frühen Arbeiten mit in die Orangerie gebracht hat. Bis zum 6. Januar werden dort in einer umfangreichen Werkschau Malerei und Grafik des Künstlers gezeigt.

„Mütter, sie stehen in den Weizenfeldern“...“ heißt eine Arbeit der Ausstellung, die Bartel in Auseinandersetzung mit dem Putsch in Chile 1973 zu einem Text des chilenischen Dichters Pablo Neruda gefertigt hat. Das Bild ist nicht nur eines der zentralen Werke der Ausstellung, es hat auch eine besondere Geschichte. „Die erste Fassung, eine kleinere Version habe ich 1974 nach dem Putsch in Chile gemalt“, erzählt Bartel. „Die Verse sprühten vor Bildern, die sich gut malerisch verarbeiten ließen.“ 1976 habe er im Auftrag der Stadt Berlin eine weitere, großformatige Version des Bildes angefertigt, die für zehn Jahre in der Neruda-Bibliothek in der Berliner Mollstraße hing.

„Als die Bibliothek abgerissen wurde, wurde das Bild in drei Teile zerschnitten, vermutlich, um es leichter transportieren zu können“, sagt Bartel. Im Kunstarchiv Beeskow, wo nach der Wende viele Werke ehemaliger DDR-Staatskunst eingelagert wurden, spürte der Künstler die Arbeit fast 30 Jahre später wieder auf. „Ich wusste nicht, in welchem Zustand das Bild war und als ich die Schäden sah, wollte ich es unbedingt wiederherstellen, damit es erhalten bleibt“, erzählt Bartel. Das hat der Künstler in liebevoller Kleinarbeit getan. Es nun nach 30 Jahren wieder in einer Ausstellung zu sehen, sei ein besonderes Gefühl, sagt er.

Bartels Arbeiten sind vielseitig: Neben Lithografien und Radierungen zu Pablo Neruda hängen im Untergeschoss die für ihn so typischen Bilder von der Kreideküste: Dramatische Seestücke, weite Horizontlandschaften, die durch ihre intensive Farbkraft bestechen und immer wieder überraschen. Wer genau hinschaut, entdeckt winzige Details, mal ein kleiner Punkt, der sich als Mensch entpuppt, auf seinem Bild „Wolke bei Greifswald“ hat Bartel in Caspar-David-Friedrich-Manier zart die Silhouette der Stadt in den Hintergrund eingefügt.

Auch Bartels eigene Geschichte findet sich in der Ausstellung wieder: Ein Selbstporträt von ihm als 20-Jährigem, seine früheste Arbeit „Fischerhaus in Baabe“, die Bartel 1957 als Student gemalt hat, farbenfrohe Bildnisse seiner Kinder, ein Schwarz-weiß-Porträt seiner verstorbenen Frau – kurz ein Stück malerisch verarbeitete Lebensgeschichte.

Dabei haben Bartels Arbeiten häufig auch eine politische Dimension: Mit „Das Rüganische Pferd I“ (1987) hat der Künstler den Bau des Fährhafens in Mukran im ehemaligen Naturschutzgebiet thematisiert. Ölbilder wie „Die letzten Küstenfischer von Lohme“ aus den frühen 80er Jahren richten sich gegen den Niedergang der Fischerei. Fast immer sind es persönliche Schicksale, die hinter Bartels Arbeiten stehen.

Einblick in Bartels Frühwerk gibt eine Vielzahl an Grafiken, die seine Begegnung mit der Insel zeigen, auf der er geboren ist und lebt. Alte Holzschnitte zeigen Fischer und ihre Boote, die in dem flirrenden Schwarz-Weiß fast abstrakt wirken. Auch einen Grafikzyklus zur Störtebeker-Legende hat Bartel 1980, inspiriert von der Inszenierung des Volkstheaters in Ralswiek, geschaffen.

Großformatige Ölbilder, Radierungen, Tuschzeichnungen, leichte Aquarelle, Auszüge aus Skizzenbüchern bis hin zu Entwürfen für Bartels Kunst am Bau machen die Schau so vielfältig, wie Bartels Leben, zeigen, dass er sich in vielem versucht hat. 81 und überhaupt, an Ideen wird es ihm auch künftig nicht mangeln, so viel ist sicher.

Stefanie Büssing

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