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Hans Falladas Liebeserklärung an Carwitz

Carwitz Hans Falladas Liebeserklärung an Carwitz

Zu Falladas 70. Todestag erschien das Buch „Ich weiß ein Haus am Wasser“ mit Aquarellen von Hans-Jürgen Gaudeck

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Hans Fallada: „Ich weiß ein Haus am Wasser“, Steffen-Verlag, Aquarelle Hans-Jürgen Gaudeck, 84 Seiten mit 41 Aquarellen, Preis: 16,95 Euro

Carwitz. „Im Winter wehte der Wind in die Zimmer, so dass die Gardinen in einem sanften Pendeln blieben, am Ofen schmorte man, am Fenster erfror man. (...). Heute aber ist dieses Haus ein gemütliches, behäbiges Landhaus, in dem noch jeder gerne gewohnt hat. Für unsere Kinder ist das Schönste auf der Welt Mahlendorf“, notierte Hans Fallada in seinem 1943 erschienenen Buch „Heute bei uns zu Haus“.

Die Rede ist vom späteren Hans-Fallada-Haus in Carwitz, das von 1933 bis 1944 der Lebensort des gebürtigen Greifswalders war. In Briefen, Tagebüchern und Werken beschreibt Fallada seine wohl glücklichste und schaffensreichste Zeit in der Feldberger Seenlandschaft.

Dazu schuf der Maler Hans-Jürgen Gaudeck zahlreiche Aquarelle. Pünktlich zum 70. Todestag Hans Falladas am 5. Februar erschien das Buch „Ich weiß ein Haus am Wasser“. Idyllische Landschaften mit Wäldern und Seen, das liebevoll hergerichtete Landhaus, das kleine Bauerndorf Carwitz, die Freuden und Tücken der Landwirtschaft, Pilzesuchen im Wald oder Baden im See. Das Buch ist eine Liebeserklärung an Carwitz, die Natur und an das Leben auf dem Land. So plastisch sind die Beschreibungen Falladas, dass man meint, das Summen der Bienen zu hören, das raschelnde Laub unter den Füßen zu vernehmen und die eisige Kälte des Winters zu spüren.

Stimmungsvoll sind auch die Aquarelle, die der Berliner Hans-Jürgen Gaudeck dazu angefertigt hat. „Seelenbilder“ nennt er sie. Die meisten davon sind vor Ort in der Feldberger Seenlandschaft entstanden, die Gaudeck zur Frühlings- und Sommerzeit besucht hat. „Die Winterbilder sind das Resultat eigener Interpretation“, verrät der Künstler.

Behutsam hat Gaudeck die Stimmung der Landschaften aufgenommen und mit schnellen Strichen zu Papier gebracht. Dabei geht er über die reine Landschaftsdarstellung hinaus, übersetzt nicht nur Falladas klare Worte ins Aquarell, sondern lässt eigene Empfindungen in seine Bilder einfließen. Minimalisiert und doch atmosphärisch verdichtet unterstreichen die Aquarelle eindrucksvoll Hans Falladas Liebeserklärung an Carwitz. Stefanie Büssing

OZ

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