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Happy Birthday, Mister Störtebeker

Ralswiek Happy Birthday, Mister Störtebeker

Mit den Störtebeker-Festspielen in Ralswiek hat Peter Hick eine Erfolgsgeschichte geschrieben / Am Montag wird er 70 Jahre

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Quelle: Jens-U.Berndt

Ralswiek. Peter Hick ist ein Rebell — ähnlich wie sein Held, der Pirat Klaus Störtebeker, der jährlich Hunderttausende auf die Freilichtbühne nach Ralswiek auf Rügen lockt. Anders als mit Beharrlichkeit, Durchhaltevermögen und Raffinesse hätte Hick die Störtebeker-Festspiele wohl kaum mehr als 24 Jahre lang inszenieren können. 70 Jahre alt wird der Macher am Montag — sechs Wochen vor der Premiere des neuen Stücks.

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Mit den Störtebeker-Festspielen in Ralswiek hat Peter Hick eine Erfolgsgeschichte geschrieben / Am Montag wird er 70 Jahre

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70 ist ein Alter, das ich mir für mich gar nicht so richtig vorstellen kann.“Peter Hick, Intendant Störtebeker-Festspiele

„Ein Alter, was ich mir für mich gar nicht so richtig vorstellen kann“, sagt der im thüringischen Rudolstadt Aufgewachsene, der in den 1980ern aus der DDR nach Westdeutschland floh und dort als Stuntman berühmt wurde. Nach Rügen zurückzukehren, sei eigentlich nicht sein Plan gewesen, so Hick. Denn: 1976 saß er als Republikflüchtling fast zwei Jahre in Haft. „Wir wurden schlechter behandelt als jeder Verbrecher“, kommentiert er heute jene unerfreuliche Seite seines Lebens.

Ende der 80er Jahre wurde er zunächst Intendant der Karl-May-Festspiele in Bad Segeberg. „Ich war in der Geschichte der Festspiele der einzige Intendant, der gekündigt hat. Alle anderen sind nicht freiwillig gegangen“, sagte er einst stolz.

Nach seiner Rückkehr in den Osten war auch der Start der Festspiele auf Rügen zuerst holprig: Zunächst sah alles danach aus, als würden seine Erfahrungen als Intendant der Karl-May-Festspiele nur für eine Konzeptberatung benötigt. Doch die Geschichte Störtebekers faszinierte ihn so sehr, dass er selbst investierte und Verträge unterzeichnete. Auch wenn sich so mancher Investor wieder verabschiedete, Hick suchte nach neuen Sponsoren und Banken. Und: Er hatte Erfolg und knüpfte damit an die ehemaligen „Rügen-Festspiele“ an.

Noch gut erinnert sich der Intendant später an seine erste Vorstellung in Ralswiek: „Es hat in Strömen geregnet und das Publikum damals kam nur, um zu gucken, ob der Lappen hochgeht, wie man im Theater so schön sagt“, verriet er vor einiger Zeit in einem Interview. Viele Jahre habe es gedauert, bis er auf Rügen heimisch geworden sei, doch inzwischen fühle er sich angekommen.

Heute ist die Ostseeinsel ohne das Piraten-Spektakel kaum denkbar: Seit Hick die Störtebeker-Festspiele 1993 gründete, haben mehr als sieben Millionen Zuschauer im größten deutschen Theater-Open-Air das Stück um den legendären Piraten Klaus Störtebeker gesehen. Im Gegensatz zu den Karl-May-Festspielen setzt Hick dabei nicht auf große Namen. „Darum geht es bei uns nicht mehr. Die Störtebeker Festspiele haben selbst einen Namen. Für uns kommt es darauf an, Darsteller zu verpflichten, die gut ins Konzept passen“, sagt er. Für die kommende Saison, in der Publikumsliebling und Bösewicht Mario Ramos die Festspiele verlässt, um in Wismar den Mephisto bei den Faust-Festspielen zu geben, habe er bereits zwei, drei im Blick. „Natürlich verhandeln wir. Aber bekanntgegeben wird erst, wenn etwas fest ist.“

Auch wenn die großen Namen bei den Störtebeker-Festspielen nicht auf der Bühne stehen, im Publikum sitzen sie allemal: Angela Merkel, der verstorbene Hans-Dietrich Genscher,Traumschiff-Produzent Wolfgang Rademann — den Hick von der „Schwarzwaldklinik“ kennt, wo er für die Stunts verantwortlich war — bis hin zum verstorbenen Ex-Außenminister Guido Westerwelle. „Wir haben nach der Aufführung 15 Schnäpse zusammen getrunken. Das war wirklich ein sehr lustiger Abend“, sagt Hick über Letzteren.

Während der Intendant in diesem Jahr feiert, hat sein Held, Klaus Störtebeker, im nächsten Jahr sein Jubiläum: Zum 25. Mal jähren sich dann die Störtebeker-Festspiele. Dafür hat Hick zwar schon einige Ideen, aber noch nichts Konkretes im Blick. Nur eins ist für den ehemaligen Stuntman sicher: Dass er nicht selbst in eines der Piratenkostüme schlüpfen wird. „Die Schauspieler sollen im Vordergrund stehen, nicht ich. Das wäre mir peinlich“, so der Intendant.

Genauso still feiert er in diesen Tagen seinen Geburtstag, dessen Datum er nicht an die große Glocke hängen will. In der Öffentlichkeit stehen, das will er nicht mehr, seit der ehemalige Stunt-Weltmeister, der 1989 gegen namhafte Konkurrenz aus den USA und Australien in Toulouse gewann, diesen Beruf an den Nagel gehängt hat. Jetzt konzentriert sich Hick vor allem auf eins: Das neue Stück „Auf Leben und Tod“, das am 18. Juni Premiere hat. Für Hick eine von vielen in seinem Leben.

Von Stefanie Büssing

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