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Kultur Haste Töne! Leistungsschau junger Musiker
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00:00 22.03.2014
Der Hiddenseer Puppenspieler Karl Huck.

Junge Leute zwischen zehn und 22 Jahren musizieren an diesem Wochenende in Greifswald: Zum Landesfinale des Wettbewerbs „Jugend musiziert“ werden 292 Teilnehmer in der Hansestadt erwartet. Die Nachwuchsmusiker und -Sänger treten in 145 Wertungen an, organisiert wird dieser Wettbewerb vom Landesmusikrat Mecklenburg-Vorpommern.

Die Teilnehmer hatten sich in vier Regionalwettbewerben für das Finale qualifiziert. Die Besten aus den Vorausscheiden im Januar in den Regionen Nord (Rostock), Südost (Neustrelitz), West (Schwerin) und Nordost (Stralsund) dürfen nach Greifswald fahren. Für die jungen Musiker stehen in diesem Jahr zehn Kategorien an: Im Bereich der Solisten werden Klavier, Harfe, Gesang, Drum-Set (Pop) und Gitarre (Pop) bewertet. Junge Ensembles treten für Streicher, Holz- undBlechbläser, Akkordeon-Kammermusik und Neue Musik an. Die Wertungsvorspiele und Abschlussveranstaltungen sind öffentlich.

Greifswald ist zum dritten Mal Gastgeber des Landesfinales. Das Vorspielen findet an sieben Spielstätten in Greifswald statt.

Auch der Rostocker Schüler Moritz Daub wird nach Greifswald fahren. Er startet im Fach Klavier und bereitet sich — wie alle anderen Wettbewerbsteilnehmer auch — mit einem zehnminütigen Programm auf das Vorspielen vor. Zu seinen ausgewählten Werken gehören Stücke von Chopin, Bach, Mozart und Prokofjew. „Ungefähr anderthalb Stunden am Tag übe ich Klavier“, sagt Moritz über sein Arbeitspensum.

Kurz vor dem Landeswettbewerb übe er ein bisschen mehr als sonst. Der Zehnjährige besucht die 5. Klasse des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums. Er spielt seit sechs Jahren Klavier, einmal in der Woche kommt er ins Rostocker Konservatorium „Rudolf Wagner-Régeny“, wo er von seiner Lehrerin Tamara Heßler unterrichtet wird — in der Wettbewerbsvorbereitung sogar zweimal in der Woche.

Für den Landesausscheid hat Moritz Daub gute Ausgangsvoraussetzungen: Er erreichte im Regionalwettbewerb 24 von 25 möglichen Punkten. Trotz seiner guten Leistung steht für Moritz weiterhin der Spaß

am Klavierspielen im Vordergrund, er geht den Wettbewerb locker an. Und Lampenfieber kennt Moritz Daub sowieso nicht.

52 Juroren werden am Wochenende in Greifswald darüber entscheiden, wer in den einzelnen Kategorien ganz vorne landet. Die besten von ihnen, wenn sie 23 bis 25 Punkte erhalten, qualifizieren sich für den Bundeswettbewerb von „Jugend musiziert“, der vom 6. bis 13. Juni in Braunschweig und Wolfenbüttel ausgetragen wird. 2013 fuhren 79 Teilnehmer aus MV zum Bundeswettbewerb.

Die Wertungsspiele der Teilnehmer sind öffentlich, in den beiden Abschlussveranstaltungen von „Jugend musiziert“ können sich musikinteressierte Gäste einen Überblick verschaffen. Am 22. März um 19 Uhr und am 23. März um 18.30 Uhr in der Stadthalle Greifswald (siehe Kasten).

Ein Puppenheim auf Hiddensee
Ibsens Drama „Nora oder Ein Puppenheim“ hat Karl Huck noch nicht in der Seebühne in Vitte auf Hiddensee inszeniert. Dafür haben er und seine Frau Wiebke Volksdorf, Direktorin der Seebühne, ein Heim für ihre „Puppen“ geschaffen: Gestern wurde die Homunkulus Figurensammlung eröffnet. Dort sind ab April mehr als 200 Figuren und Requisiten aus Stücken zu sehen, die der Puppenspieler seit 1987 auf Bühnen der ganzen Welt aufgeführt hat.
„Die Puppen sind schuld“, antwortet Huck auf die Frage nach dem Warum. Die kunstvollen Figuren seien es leid gewesen, in Kisten und Schachteln ihr Dasein zu fristen und sich nur während der Vorstellungen präsentieren zu dürfen. „Die haben den Aufstand geprobt“, witzelt Huck. „Und gewonnen!“ Die Idee für den Neubau in Vitte haben die Puppenspieler von Gastspielreisen mitgebracht. Sie ließen sich von den Sammlungen eines italienischen Puppenspielers in Palermo oder des Dichters Pablo Neruda in Chile inspirieren.
Im Falle der Seebühnen-Besatzung war das „Sammelgut“ vorhanden. Es fehlte nur der Ort. Mit dessen Bau wurde 2012 begonnen. Der Neubau mag an ein Puppenhaus erinnern oder an eine Miniaturkirche — für Aufsehen sorgt das Gebäude, dessen Holzfassade fast fensterlos wirkt, auf jeden Fall. Die Architektin Professor Johanne Nalbach hat es entworfen. Zusätzlich zum Ausstellungsraum gibt es das Café
„Ringelnatz“.
Die Hiddenseer Seebühne wird Zentrum des „Spielbetriebs“ bleiben. Die Figurensammlung wird im Sommer als Museum, Café und Veranstaltungsort für Lesungen und Kurse genutzt. Im Herbst und Winter wollen Volksdorf und Huck dort auch Stücke aufführen und einen Filmklub für ein Programmkino etablieren. In Zusammenarbeit mit der Kurverwaltung werden hier Thementage aus Anlass des 450. Geburtstages Shakespeares stattfinden, der Rügener Autor und Regisseur Holger Teschke wird hier lesen und die Schauspielerin Barbara Schnitzler ein Konzert geben. „Hier haben unsere Figuren ein Zuhause bekommen“, sagen Wiebke Volksdorf und Karl Huck über das „Homunkulus“. Prominente Unterstützer begleiteten das Projekt. 500 000 Euro hat der Bau des multifunktionalen Gebäudes gekostet. Für 45 Prozent vom Land gefördert.
Die Spielorte
Aula der Musikschule Greifswald, Steinbeckerstraße 45.

Barockaula der Ernst-Moritz-Arndt-Universität, Domstraße 11
Aula des Friedrich-Ludwig-Jahn-Gymnasiums, Dietrich-Bonhoeffer-Platz 1.

Aula in Haus 2 und Mehrzwecksaal des Friedrich-Ludwig-Jahn-Gymnasiums, August-Bebel-Platz 1.

Aula der Regionalen Schule „Ernst Moritz Arndt“, Arndtstraße 37.

Kaisersaal der Stadthalle Greifswald, Robert-Blum-Straße.

Die beiden Abschlussveranstaltungen des 23. Landeswettbewerbs „Jugend musiziert“ werden ebenfalls im Kaisersaal der Stadthalle Greifswald abgehalten.



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