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Kultur Hauptrolle für einen Hessen von der HMT
Nachrichten Kultur Hauptrolle für einen Hessen von der HMT
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00:00 12.04.2013
Marc Schöttner (26) Quelle: Cora und Georg Banek
Rostock

Schon als Jugendlicher hat Marc Schöttner seine Leidenschaft fürs Tanzen entdeckt: Mit zwölf Jahren imitierte er die Schritte aus den Musikvideos von DJ Bobo. Als sich kurz darauf seine Kumpels für einen Tanzkurs anmeldeten, zog er mit — und bekam am Ende das höchste Abzeichen. Er begann 2004 bei „Let‘s Dance“-Jurorin Motsi Mabuse in Wiesbaden lateinamerikanischen Turniertanz zu trainieren — und wurde hessischer Landesmeister. „Tanzen macht mir unheimlich viel Freude, da bin ich frei und kann mich ausleben“, sagt der 26-Jährige. Das macht er ab heute täglich in der RTL-Serie „Alles was zählt“. Der gebürtige Wiesbadener mimt den Tänzer Lukas Levin — eine Hauptrolle. Rund zwei Millionen Zuschauer sehen das Abend-Format von montags bis freitags.

„Als Ende 2012 die Anfrage kam, habe ich erst gezögert. Ich wollte mich nicht auf eine Serien-Rolle festlegen“, sagt Marc, der an der Hochschule für Musik und Theater Rostock (HMT) Schauspiel im sechsten Semester studiert. Als er jedoch erfahren hat, dass mit Francisco Medina (als Maximilian von Altenburg) und Kaja Schmidt-Tychsen (als Jennifer Steinkamp) zwei HMT-Absolventen in der Seifenoper mitspielen, hat er es sich anders überlegt.

„So ein Angebot bekommt man nicht oft. Hier kann ich meine beiden Leidenschaften ausleben: Schauspiel und Tanz“, sagt er. Für die Dreharbeiten hat sich Marc eine Wohnung in Köln genommen. Sein Erstwohnsitz bleibt aber Rostock. In der Kröpeliner-Tor-Vorstadt hat er noch eine Wohnung. „Ich fühle mich Mecklenburg-Vorpommern wegen der Nähe zur Ostsee sehr verbunden. Hier komme ich zur Ruhe.

Außerdem möchte ich auf jeden Fall noch meinen Abschluss machen“, sagt Marc, der sein Studium wegen der Serie gerade unterbrochen hat.

In einem Punkt ähnelt Marc seiner Figur. „Wir lieben beide das Tanzen.“ Ansonsten unterscheiden sich die beiden. „In der Serie spiele ich jemanden, der die Dinge locker sieht und oft gelassen bleibt.

In Wirklichkeit fokussiere ich mich auf meine Ziele und trage das Herz auf der Zunge“, sagt Marc.

Schon als Kind hat er gern geschauspielert: als Achtjähriger wirkte Marc in der alljährlichen Aufführung des „Weihnachtsmärchens“ in seinem Heimatdorf Strenz- Trinitatis (Hessen) mit. Mit 17 Jahren stand er erstmals auf der „richtigen“ Bühne: im Staatstheater Wiesbaden. Natürlich waren es Tanzstücke: „Footloose“ und „Fame“. Es folgten Kurzfilme für Kino und Fernsehen. „Es ist selten, dass jemand beides macht, Tanz und Schauspiel. Das hat mich beim Casting für die Hauptrolle von den meisten Mitbewerbern unterschieden“, erinnert sich Marc.

Was für ihn einen guten Mimen ausmacht? „Er muss komplett in seiner Rolle aufgehen, wie etwa Leonardo DiCaprio. Erst dann kommt er authentisch rüber.“ Seine berufliche Zukunft sieht der sportliche junge Mann nicht nur als Serien-Darsteller. „Obwohl es schon lukrativ ist. Momentan kann ich von der Schauspielerei leben. Das ging vorher nicht.“ Auch Theater- und Kinorollen möchte er spielen. „Ich will vielseitig bleiben. Am liebsten stelle ich zerrissene Charaktere dar, die nicht so glatt und alltäglich sind.“

Angst vor der Arbeitslosigkeit hat er nicht. „Obwohl der Markt natürlich groß ist. Aber ich bleibe gelassen. Außerdem unterstützen mich meine Eltern in allem, was ich mache.“ Die beiden haben mit der Schauspielerei nichts zu tun. Marcs Mutter ist Friseurin, der Vater Angestellter bei der Gemeinde.

Momentan läuft es auch viel zu gut. An fünf, manchmal sechs Tagen pro Woche steht er bis zu zwölf Stunden vor der Kamera. Dazu kommen Foto-Shootings und Autogrammstunden. Die Medienpräsenz ist ihm noch nicht so geheuer. „Ich wurde schon auf der Straße von Unbekannten angesprochen. Daran muss ich mich erst noch gewöhnen.“ Und wo schaltet er nach einem langen Drehtag ab? „Natürlich beim Tanztraining.“

„Alles was zählt“, 19.05 Uhr, RTL

Grit Schreiter

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