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Kultur Heldinnen der Arbeit mit Sex-Appeal
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12:35 24.03.2014

wollen. Getreu dem Titel „Jugend. Baumeister der DDR“, den der Dresdner Künstler Walter Arnold (1909 bis 1979) seiner 1,21 Meter hohen Plastik im Schaffensjahr 1951 gab. Die Arbeiterin ist eines von 120 Werken, die seit Sonntag in der Ausstellung „Frauen-Bilder aus der DDR“ im Museum Junge Kunst Frankfurt (Oder) gezeigt werden.

Bis zum 10. November hat der Besucher auf 750 Quadratmetern in der Frankfurter Rathaushalle Gelegenheit, quasi im Schnelldurchlauf die unterschiedlichsten Frauen-Darstellungen der DDR-Kunst in chronologischer Abfolge zu erkunden. Die Malereien, Skulpturen und Zeichnungen von zwölf weiblichen und 38 männlichen Künstlern stammen alle aus dem rund 10 000 Werke umfassenden Fundus des Museums. Sie belegen eindrucksvoll die verschiedensten Stilrichtungen in der DDR-Kunst von bloßem Formalismus und derber Realistik bis zu Neoexpressionismus und der in der DDR seltenen Popart.

Die realsozialistische Frauenverklärung in Willi Sittes „Doppelporträt Christel und Verena“ kontrastiert mit dem schwärmerisch-ironischen Doppelbildnis „Im Park“ von Carl Marx. Ansprache und Flirt, Rollenbewusstsein und trotzige Selbstbehauptung, aber auch die unterschiedlichen Sichtweisen von Künstlerinnen und Künstlern auf den „öffentlichen Körper“ lassen die Schau zu einem spannungsvollen Erlebnis werden.

Die Frau werde einerseits als Schönheitsideal und aufopferungsvolle Mutter, andererseits als „heroische Arbeiterin mit Sex-Appeal“ dargestellt, erläutert der stellvertretende Museumschef Armin Hauer. In den kleinformatigen „Kassandra“-Blättern der aus Chile stammenden Nuria Quevedos drohen die miteinander verschmelzenden Figuren zu bersten. Selten hat der seit Alters her tobende Kampf der Geschlechter eine derart dramatische künstlerische Ausformung erfahren.

Ihnen gegenüber stehen die sanften Plastiken von Gustav Weidanz oder Regina Fleck, die Opulenz Kurt Querners, die Porträts von Werner Tübke, Clemens Gröszer melancholisch überzeichnet oder Heinz Zander, die Farbexplosionen von Hubertus Giebe oder Lutz Friedel. Dessen „Karambolage, Zusammenstoß der Rolltreppen“ füllt die Giebelwand des großen Festsaals.

Stile und Handschriften scheinen hier zu kulminieren: Es ist, wie schon bei anderen von Kunstwissenschaftler Armin Hauer gestalteten Expositionen, die Wand des Menetekels, an der sich das ringsum Versprengte zusammen zu ballen scheint. Das feierliche Kreuzgewölbe verstärkt diesen Eindruck. Die Architektur des Raumes wird zur Herausforderung für die darin gezeigte Kunst.

„Es ist nicht das Anliegen der Ausstellung, die verschiedensten künstlerischen Ansichten plakativ oder polemisch gegeneinander auszuspielen“, betont Hauer. „Vielmehr geht es um die Sichtbarmachung der noch möglichen, künstlerisch überzeugenden Formulierungen von Frauenbildern nach einem verheerenden Weltkrieg, unter einer sozialistischen Diktatur und deren administrativer Kultur- und Kunstpolitik und im Kontext einer westeuropäischen Moderne und Postmoderne.“ Die Vielfalt dieser Möglichkeiten erlaubt es dem Ausstellungsbesucher, zu seinem eigenen Frauenbild vorzudringen.

Das Museum Junge Kunst in Frankfurt (Oder) stellt seit 1990 jährlich unter verschiedenen Blickwinkeln Werke aus seinem Besitz vor. Das Archiv beherbergt mit über 10 000 Malereien, Zeichnungen, Skulpturen und Objekten (Museumsangaben) eine der wichtigsten Sammlungen ostdeutscher Kunst von 1945 bis 1989 ein Überblick über 50 Jahre Kunstentwicklung.

„Frauen-Bilder aus der DDR“ ist bis zum 10. November dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet.



OZ

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