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Helmut Senf: „Künstler gehen nicht in Rente“

Sassnitz/Putbus Helmut Senf: „Künstler gehen nicht in Rente“

Geschäftiges Treiben im Garten von Irmgard und Helmut Senf in Sassnitz. Zwei Kleintransporter sind angerollt. Künstlerfreunde steigen aus, um Kunstwerke von Helmut Senf (Foto) abzuholen und sie nach Putbus in die Orangerie zu bringen.

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Sassnitz. Heute wird um 15.30 Uhr in der Galerie des Landkreises eine Ausstellung eröffnet — wenige Monate vor seinem 80.

Geburtstag im August.

Die Stahlskulpturen, die im Freien rostrote Patina angesetzt haben, wiegen schwer. Aquarelle wären leichter zu transportieren, weiß der Künstler. Aber Stahl ist nun mal einer jener Stoffe, aus denen seine Kunstwerke sind. Erst in den letzten Kunstausstellungen vor der Wende „wurden auch schon mal abstrakte Werke gezeigt“. Die Metallgestaltung sei zu DDR-Zeiten im Kunsthandwerk angesiedelt gewesen: „Wir hatten einen relativ großen ideologischen Freiraum, den wir in der Malerei wohl nicht gehabt hätten“, sagt er.

1933 wurde Helmut Senf in Mühlhausen geboren. 61 Jahre später ist der gelernte Dekorationsmaler, der in den 50er Jahren auf der Burg Giebichenstein die Fachrichtung Email-Gestaltung studierte, nach Sassnitz gezogen. Er war Emailleur und Gürtler, bearbeitete und verformte Metalle, gestaltete in den kirchlichen Werkstätten Erfurt liturgische Gegenstände wie Abendmahlskelche und Tabernakel, später Dosen, Teegeräte und mehr.

Zwölf Jahre lang vermittelte er sein künstlerisches Handwerk an der Hochschule für Industrielle Formgestaltung Halle — Burg Giebichenstein. Und noch heute sind seine Erfahrungen, sein Talent und sein Wissen gefragt. An der Hochschule Wismar hat er einen Lehrauftrag und weiht dort Kunststudenten in die Geheimnisse des Emaillierens ein. „Was mich treibt? Ich kann nicht aufhören. Künstler gehen nicht in Rente.“

Etwas weniger Stress täte ihm zurzeit ganz gut. Doch es gibt viel zu bedenken vor den Ausstellungen in seinem Jubiläumsjahr, obwohl sich Kuratorin Anke Zeisler um die Hauptarbeit kümmert: „Helmut Senf ist ein hervorragender Künstler, eine Art Klassiker. Er hatte schon immer eine besondere Nähe zum Bauhaus und zur holländischen de Stijl-Bewegung. Seine künstlerische und geistige Heimat ist die konkrete Kunst.“

Holger Vonberg

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