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Kultur Herrenhaus steht vor dem Abriss
Nachrichten Kultur Herrenhaus steht vor dem Abriss
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20:38 17.04.2018
Das Herrnhaus in Danneborth in der Gemeinde Carinerland verfällt seit Jahren. Quelle: Anja Levien
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Danneborth

In den kommenden drei Monaten wird das Gutshaus in Danneborth (Landkreis Rostock) abgerissen. Das Landesamt für Kultur- und Denkmalpflege hat die entsprechende Genehmigung erteilt. Der Substanzverfall sei bereits so weit fortgeschritten, dass nach einer Sanierung nicht mehr genügend Originalsubstanz vorhanden sei, die eine Einstufung als Denkmal rechtfertigen würde, heißt es aus dem Landesdenkmalamt. Seit 2012 ist das Herrenhaus in Besitz des Unternehmers Ludwig Merckle. Laut der Unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises Rostock sei das Haus 2012 bereits in einem Zustand gewesen, in dem eine Sanierung nicht mehr zumutbar gewesen wäre. Der Voreigentümer sei Aufforderungen zur Sicherung des Gebäudes nicht nachgekommen. 

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Das Landesamt für Kultur- und Denkmalpflege hat die Genehmigung erteilt. Das Gutshaus in Danneborth verfällt seit Jahren.

Ausweichquartiere für Fledermäuse

Bevor das marode Gutshaus verschwindet, untersuchen Paul Blei und Brit Schoppmeyer von der Bürogemeinschaft Umwelt und Planung, ob unter anderem Fledermäuse im Gebäude leben. Dafür setzen sie Detektoren und Horchboxen ein.

„Aus den Winterquartieren sind die Fledermäuse gerade raus. Sie schließen sich jetzt für die Wochenstube zusammen“, erläutert Brit Schopmeyer. Auf dem Detektor stellt sie die Frequenz, Kilohertz, ein: „Auf dieser Frequenz rufen die Fledermäuse. Wir können das nicht hören.“ Doch der Detektor macht den Ruf der Fledermäuse für das menschliche Ohr hörbar.

Zudem sind im Haus für eine Nacht fünf Horchboxen aufgestellt worden. „Mit diesen haben wir die Fledermäuse akustisch nachgewiesen, die im Gebäude Erkundungsflüge machen“, sagt Paul Blei. Er vermutet zwischen 500 und 600 Fledermäuse, die in der Ortschaft sind. Mit dem Abriss des Hauses verlieren die Fledermäuse ein Quartier. Daher muss ein Ausgleich geschaffen werden. Das geschieht über Nistkästen, die an den Häusern in der Umgebung angebracht werden. „Die Kästen haben Bestandsschutz und sind dauerhaft zu erhalten“, sagt Brit Schoppmeyer. Diese müssen vor dem Abriss angebracht werden: „Jeder, der einen Abriss plant, muss den Artenschutz mit beachten.“

Ein genaues Datum für den Abriss nennt Joachim Walther, Verwalter des Anwesens von Ludwig Merckle, nicht: „Das Haus wird demnächst abgerissen.“ Das danebenliegende Verwaltungsgebäude und der Stall hinterm Haus werden ebenfalls abgerissen. Konkrete Pläne für eine Bebauung des Grundstücks gibt es vorerst nicht. „Es wird keine kleinteilige Ferienbebauung geben“, sagt Joachim Walther. Die Natur werde sich den Platz zurückholen. Ein Verkauf des Anwesens habe nie zur Diskussion gestanden.

Levien Anja

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