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Herrlich schrecklich

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Krimi, Psychothriller, Groteske — was war denn das? Egal, ein teuflisch guter Hessen-Tatort ist „Die Geschichte vom bösen Friederich“ in jedem Fall.

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OZ-Autor Christopher Steckkönig über den Tatort „Die Geschichte vom bösen Friederich“

Krimi, Psychothriller, Groteske — was war denn das? Egal, ein teuflisch guter Hessen-Tatort ist „Die Geschichte vom bösen Friederich“ in jedem Fall. Und ein spannender Höllenritt irgendwo zwischen Kinderbuch und Rammstein, getragen von großartigen Schauspielern.

Man muss sie einfach mögen, diese Anna Janneke (Margarita Broich). Wie sich die Frankfurter Hauptkommissarin durch diese 90 Krimiminuten plappert und quasselt, laut denkend mit ihrer mitunter simplen Hausfrauen-Logik sogar die Kollegen sprachlos macht, das ist schon richtig gute Fernseh-Unterhaltung. Und vor allem glaubwürdig angelegt — eine menschelnde Figur mit Fehlern, Ängsten, Ticks und Zweifeln. Die hat auch Kollege Paul Brix (Wolfram Koch), der dieses Mal viel Geduld beweist. Bemerkenswert — und urkomisch —, mit welchem Langmut er den Theorien seiner Kollegin folgt. Dass er vor allem als artiger Stichwortgeber und geduldiger Zuhörer herhalten muss, hat seine Gründe.

Es gibt da nämlich den großen Gegenspieler von Janneke: ein Wüterich, wie frisch aus dem „Struwwelpeter“ entstiegen. Kein böser Friederich, dafür ein psychopathischer Alexander (Nolte), der wie sein literarisches Vorbild eine Katze große Not leiden lässt. Ein krankhaft in Janneke verliebter Mörder aus dem Horrorkabinett, den Burgtheater-Mime Nicholas Ofczarek gibt. Traumwandlerisch sicher wechselt er zwischen hemmungslos-sehnsuchtsvollem Täter und kontrolliert-agierendem Opfer seiner eigenen Vergangenheit. Der Serienkiller, der eine Rolle in seiner Rolle spielt. Zum Schaudern schön.

Es ist eine Freude, wie die Regisseurin und mehrfache Grimme-Preisträgerin Hermine Huntgeburth munter mit Kamera, Musik und Schnitt spielt. Nüchterne Einstellungen lösen romantisch-weichgezeichnete Sequenzen ab, nach atemberaubend schnellen Szenen wird das Tempo bewusst wieder gedrosselt. Ästhetisch ein Hochgenuss, sitzen aber auch die Dialoge perfekt.

So ist die Mensa-Szene, als Janneke dem verdutzten Brix offenbart, dass sie mit dem Täter geschlafen habe und dies völlig selbstverständlich als wissenschaftliches Experiment abtut, der absolute Höhepunkt; einfach richtig witzig. Wer etwas zum Meckern sucht: Nicht jeder würde einen Serienkiller einfach mal eben so abends in seine Wohnung einladen; und dass sich eine Therapeutin in ihren Patienten verliebt, hat man auch schon mal gesehen.

OZ

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