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Kultur Herz für Mecklenburg: Werner Schinko ist tot
Nachrichten Kultur Herz für Mecklenburg: Werner Schinko ist tot
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00:00 07.07.2016
Der Maler und Grafiker Werner Schinko im Jahre 2010 in seinem Arbeitszimmer in Röbel an der Müritz. Quelle: J. Tremper

Dornröschen, „Vom Fischer und sin Fru“, Eulen oder Kraniche - die Märchen- und Tierzeichnungen von Werner Schinko (1929-2016) kannte im Osten Deutschlands wohl jeder. Nun ist der später auch bundesweit bekannt gewordene Grafiker und Buchgestalter gestorben. Wie der Berliner Aufbau-Verlag mitteilte, starb der Künstler aus Röbel (Kreis Mecklenburgische Seenplatte) in der Nacht zu Dienstag im Alter von 86 Jahren. Der Ehrenbürger Röbels soll in der Kleinstadt beigesetzt werden.

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Der Künstler aus Röbel an der Müritz starb im Alter von 86 Jahren

Künstlerkollegen und Betrachter schätzten an dem quirligen Mann, der noch bis ins hohe Alter hinein malte, vorrangig seine Gabe, die Zweideutigkeiten des Lebens im Zeichnen aufzuspüren. Bekannt machten ihn vor allem die unzähligen Illustrationen in Kinder- und Jugendbüchern sowie für Werke des niederdeutschen Schriftstellers Fritz Reuter (1810-1874). Seine letzte Ausstellung galt noch 2015 in Waren der Künstlerkolonie Worpswede bei Bremen. Der Aufbau-Verlag würdigte Schinko als „einen der bekanntesten Buchgestalter und Grafiker der DDR.“

Schinko wurde 1929 im böhmischen Wurzelsdorf geboren. Nach dem Krieg musste er wie viele Sudetendeutsche die Heimat verlassen. Das Schicksal verschlug in 1946 nach Röbel. Danach studierte er bis 1955 an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Populär machten ihn auch mehr als 300 Titelbilder für die Lehrer-Zeitschrift „Die Unterstufe“, die 37 Jahre lang aus Röbel kam.

In der DDR weigerte sich Schinko erfolgreich, Mitglied der SED zu werden und widerstand auch Anwerbeversuchen der Staatssicherheit. Wer hören wollte, was er am liebsten künstlerisch festgehalten habe, dem hatte Schinko erklärt: „Mecklenburg, die Leute, meine Viecher und die Landschaften.“

OZ

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