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Kultur Heyerdahls Heldenreise
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00:00 14.03.2013
"Kon-Tiki" ist der bisher teuerste norwegische Film überhaupt und war für den Auslandsoscar nominiert. Quelle: DCM
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Bis heute gilt Thor Heyerdahl in seinem Heimatland Norwegen als Nationalheld. Heyerdahl war ein leidenschaftlicher Wissenschaftler, getrieben von einer Idee: Dass Polynesien nicht etwa von Asien, sondern von Südamerika aus besiedelt wurde. Zehn Jahre forschte er an dieser Theorie, doch man wollte ihm nicht glauben. 1947 lieferte er den Beweis: Zusammen mit fünf Freunden überquerte er auf einem selbst gebauten Floß namens Kon-Tiki den Pazifik. Sein Buch über die spektakuläre Expedition verkaufte sich weltweit über 50 Millionen Mal. Der aufwendige Abenteuerfilm der Regisseure Joachim Ronning und Espen Sandberg ist mehr als die Huldigung eines Nationalhelden: Es ist auch der Versuch des norwegischen Kinos, international zu reüssieren.

Thor Heyerdahl (verblüffend ähnlich: Pal Sverre Hagen) muss ein furchtloser Typ gewesen sein. Ein Abenteurer im besten Sinne: wagemutig, neugierig und charismatisch. 1937 verbringt der Ethnologe und Geologe mit seiner damaligen Frau Liv (gespielt von Agnes Kittelsen) ein Jahr auf der Südsee-Insel Fatu Hiva. Es ist eine glückliche Zeit, das Leben im Paradies, auch wenn alles unter dem Zeichen der Forschung steht.

In dieser Zeit entwickelt er auch seine Theorie, dass Polynesien einst von Peru aus besiedelt wurde. Die stößt in Forscherkreisen allerdings auf wenig Resonanz, was Thors Ehrgeiz auf die Spitze treibt. Heyerdahl, der Nichtschwimmer, unternimmt eine überaus riskante Expedition - die 8.000 Kilometer lange Überfahrt von Callao nach Polynesien auf einem einfachen Floß.

An seiner Seite sind treue Weggefährten: Freunde wie Torstein Raaby (Jakob Oftebro), Knut Haugland (Tobias Santelmann) und Erik Hesselberg (Odd-Magnus Williamson), außerdem der Wissenschaftler Bengt Danielsson (Gustaf Skarsgard) und der Kühlschrank-Vertreter Hermann Watzinger (Anders Baasmo Christiansen). Männer, die die Sehnsucht nach Abenteuer verbindet. Die Überfahrt auf dem primitiven, naturgetreu nachgebauten Floß aus Balsa-Holz, das sich kaum steuern ließ, zeigen die Regisseure als jenes gefährliche Unterfangen, das es war: Hai- und Wal-Attacken, Unwetter, Strömungen und Windflauten bestimmen den filmischen Alltag auf dem Schiff. Der Angst, dass man scheitern könnte, wird gleichwohl wenig Platz eingeräumt. Jeden Zweifel seiner Männer bügelt Heyerdahl, dessen Figur etwas eindimensional geraten ist, energisch nieder.

Während sich die Männer im Laufe ihrer Reise optisch durchaus verändern, wird ihrem Innenleben nur wenig Aufmerksamkeit zuteil. Allein ein Panikanfall von Watzinger verdeutlicht beispielhaft, in welcher psychischen Verfassung die Reisenden gewesen sein müssen - 101 Tage sind eine lange Zeit, zusammengepfercht, unter primitiven Bedingungen, auf einem windigen Floß. Doch der Fokus der Regisseure Joachim Ronning und Espen Sandberg ist offensichtlich ein anderer.

Ihre Filmadaption ist ein schön fotografiertes, actionreiches Heldenepos - nicht mehr und nicht weniger. Um einen internationalen Standard zu erreichen, haben die Filmemacher keine Kosten gescheut: Elf Millionen Euro sind für ein Filmland wie Norwegen kein Pappenstiel. Gedreht wurde mit modernster Technik in der ganzen Welt - in Lillehammer, auf den Malediven, auch in Thailand. Und das auch noch in zwei Sprachen, Norwegisch und Englisch.

1951 gewann Heyerdahl für die filmische Dokumentation seines See-Abenteuers den Oscar. "Kon-Tiki" war dieses Jahr übrigens auch für den Auslands-Oscar nominiert. Die Hoffnung auf eine Auszeichnung hat sich am Ende nicht erfüllt.

teleschau

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