Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Kultur Hiddensee als ein Ort der Inspiration
Nachrichten Kultur Hiddensee als ein Ort der Inspiration
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 13.08.2013
Bei der Arbeit: Der Berliner Maler Torsten Schlüter hat seit fast 30 Jahren die Insel Hiddensee zu seinem Freilichtatelier erkoren.
Kloster

Mit der Wanderausstellung „Nordlichter III — Konturen“ will der Berliner Maler Torsten Schlüter (53) nicht einfach nur seine Werke ausstellen, sondern auch auf den Spuren einer Geistesgröße wandeln. Es ist der Schriftsteller Gerhart Hauptmann (1862-1946), dessen Schaffen den Maler beeindruckte. Torsten Schlüters Schau wird, teilweise parallel, bis Ende 2014 an unterschiedlichen Orten zu sehen sein.

Torsten Schlüter, der inzwischen auch ein Atelierhaus auf Hiddensee hat, ist seit 1985 auf den Spuren von Gerhart Hauptmann. Sein erster Besuch auf Hiddensee fiel damals genau auf den Tag hundert Jahre nach Gerhart Hauptmanns erster Visite dort, auch für den Maler wurde Hiddensee ein „ungeahnter Ort der Inspiration“.

Im Leben von Gerhart Hauptmann waren zwei Orte besonders wichtig: Hiddensee und Agnetendorf (später Agnieszków, heute Jagniatków) im polnischen Riesengebirge, wo sich Hauptmann im Jahr 1900 das Haus Wiesenstein bauen ließ. Der Ort gehört jetzt zu Hirschberg (heute Jelenia Góra).

So war es für Torsten Schlüter nur logisch, die neue Ausstellung mit dem Untertitel „Sehnsucht nach Hiddensee“ in Agnetendorf starten zu lassen. Das Haus Wiesenstein wird heute als Gerhart-Hauptmann-Museum betrieben. Dies geht auf eine Vereinbarung aus dem Jahr 1989 zurück, als sich die damaligen Regierungschefs (Bundeskanzler Helmut Kohl und der polnische Ministerpräsident Tadeusz Mazowiecki) geeinigt hatten, dieses Haus in dieser Weise einzurichten, nachdem es lange als Kinderheim genutzt worden war.

Die Wiederentdeckung von Gerhart Hauptmann ist wichtig für die Identitätsfindung einer Region. „Niederschlesien ist so eine Art Mini-Europa“, meint Torsten Schlüter, was den Prozess der europäischen Einigung angeht. „Mittlerweile fragen hier viele junge Leute danach, wo ihre Wurzeln liegen.“ Da gibt es viel Diskussionsbedarf — in Ost und West. Dieser Stellenwert wurde auch darin deutlich, dass mit Dr. Jens Baumann ein Vertreter des sächsischen Innenministeriums zur Ausstellungseröffnung angereist war; die polnische Seite vertrat die Museumsdirektorin Julita Zaprucka.

Von Agnetendorf und dem „Mythos Wiesenstein“ möchte Torsten Schlüter mit seinen Werken die Perspektive in Richtung Hiddensee öffnen. Dort wurde Gerhart Hauptmann zu seinen großen Werken angeregt, was ihm 1912 schließlich den Literaturnobelpreis einbrachte. Ein inspirierender Ort nicht nur für Hauptmann: Hiddensee entwickelte sich allmählich zu einem beliebten Rückzugsort von Kunst- und Geistesgrößen. Schließlich waren auch Sigmund Freud, Lion Feuchtwanger, Max Taut, Walther Leistikow und Billy Wilder auf der Insel zu Gast.

Nun will Torsten Schlüter mit Malerei und Grafik die Aufmerksamkeit auf einen Ort lenken, der auch für ihn als Maler eine ganz bestimmte Magie entwickelte. Zur aktuellen Ausstellung ist ein Künstlerbuch erschienen, in dem Torsten Schlüter diese Perspektive darstellt. Das ganze Jahr 2014 über wird die Ausstellung im Inselmuseum Hiddensee zu sehen sein.

„Nordlichter“ auf Tour
Die Ausstellung „Nordlichter III — Konturen“ ist bis zum 3. November in Agnetendorf zu sehen und bis zum 7. September in der Galerie RT&W Berlin. Die Berliner Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern zeigt die Werke vom 25. September bis 3. Oktober, das Inselmuseum Hiddensee vom 10. Januar bis 31. Dezember 2014.

Thorsten Czarkowski

Die kleinen Messing-Platten erinnern an Arthur und Louis Lewinski, Max Ehrlich und Wilhelm Leonhardt. Die Projektgruppe recherchiert weiter.

13.08.2013

Zum siebten Mal gibt der Hamburger Kinder- und Jugendgospelchor „Gospel Train“ für den Wismarer Kiwanis Club ein Benefizkonzert. Es findet am 7. September um 19 Uhr in St.

13.08.2013

Die Märchenerzählerin Anna Lübsee und die Musikerin Adelaidem Lenzner treten im Hofcafé in Palingen auf. Sie gestalten am kommenden Sonntag, 18.

13.08.2013