Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Kultur Hitprogramm und Heimatgefühle
Nachrichten Kultur Hitprogramm und Heimatgefühle
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 08.05.2017
Schwerin

Zu Schwerin hat Udo Lindenberg eine ganz persönliche Beziehung. „Hier auf dem Schlachtermarkt hatte ich Ende 1989 meinen ersten Auftritt im Osten nach der Wende“, sagte ein bewegter Lindenberg am Konzertbeginn. Und der Publikumszuspruch in Schwerin war enorm. Die Sport- und Kongresshalle hatte der Sänger für zwei Abende gebucht, beide Konzerte waren ausverkauft – das machte summa summarum 15000 Besucher. Beziehungsweise Fans.

Die Gegenleistung: Udo Lindenberg servierte ein spektakuläres Hitprogramm, eingebettet in eine fulminante Bühnenshow: Backgroundsängerinnen, Tänzerinnen, ein Kinderchor, Pyrotechnik, Videoeinspielungen, fast alles, was das Showgeschäft so zu bieten hat. Manchmal tummelten sich 20 Leute auf der Bühne – da wurde wohl nicht aufs Geld geschaut. Und das war gut so.

Denn Lindenberg – der übrigens nächste Woche seinen 71. Geburtstag feiert – schwimmt zum Karriereende auf einer ungeheuren Welle der Popularität und nimmt noch mal alles mit. Die Bühne ist seine Heimat, Lindenberg macht sich locker, plaudert mit dem Publikum, macht Faxen mit seinen Tänzerinnen, geht herunter zum Publikum, sprintet auf der Bühne hin her. Und wird manchmal auch ein bisschen sentimental, wenn er eine Pause einlegt.

Diese Sentimentalität kommt auch aus einer langen Beziehung zum ostdeutschen Publikum, das Udo Lindenberg inzwischen über vier Jahrzehnte lang die Treue hält. Dabei war es in Schwerin nicht nur der „Sonderzug nach Pankow“, der Erinnerungen weckte, auch Klassiker wie „Alles klar auf der Andrea Doria“, „Honky Tonky Show“, „Johnny Controlletti“, „Gerhard Gösebrecht“ und natürlich „Cello“.

Und Udo Lindenberg ist immer noch ein politischer Mensch. „Wie lange soll ich denn diesen Song eigentlich noch singen?“, fragte der Sänger, als er „Wozu sind Kriege da“ anstimmte. Zunächst wurde Lindenberg begleitet von seinem Keyboarder Pascal Kravetz, mit dem er den Song 1981 eingesungen hatte. In Schwerin stimmte dann sein Kinderchor mit ein, das war ein Gänsehautmoment. Auch „Bunte Republik Deutschland“, angesichts der Flüchtlingsproblematik weiter aktuell, wurde von den Musikern inzwischen zu einer modernen HipHop-Version umgebaut. Dazwischen gab es neuere Lindenberg-Songs wie „Mein Ding“, „Stärker als die Zeit“ oder „Einer muss den Job ja machen“.

Begleitet wurde Lindenberg von seinem Panikorchester, die Musiker sind der Kern des Lindenberg-Universums und halten ihrem Chef seit über 40 Jahren die Treue. Ein gut eingespieltes Team, wie sich auch in Schwerin erwies. Mit ihnen konnte Udo Lindenberg weitere Hits aus dem Ärmel schütteln, dabei auch seine Balladen „Ich lieb dich überhaupt nicht mehr“ oder „Hinterm Horizont geht’s weiter“, die für weitere bewegende Momente sorgten, von Lindenberg aber ironisch gekontert mit dem Oldie „Ich brech die Herzen der stolzesten Frau’n“.

Mit zwei Zugabenblöcken – unter anderem mit Klassikern wie „Candy Jane“ oder „Reeperbahn“ – begeisterte Udo Lindenberg seine Fans insgesamt zweieinhalb Stunden. Viel mehr ging eigentlich nicht.

Thorsten Czarkowski

Mehr zum Thema

Zum zweiten Mal ist Marco Sturm als Bundestrainer für die deutsche Eishockey-Auswahl bei einer WM verantwortlich. Die Erwartungen vor dem Heim-Turnier sind riesig. „Die Mannschaft ist gut genug für was Tolles“, sagte der 38-Jährige im dpa-Interview.

04.05.2017

Mit Gespür für den Moment schoss der Stralsunder Fotografen Harry Hardenberg einzigartige Bilder

06.05.2017

38 Jahre wirkte die OSTSEE-ZEITUNG als Organ der SED-Bezirksleitung Rostock, danach seit gut 27 Jahren als unabhängige Tageszeitung. Ein Gespräch mit den Chefredakteuren Andreas Ebel und Dr. Siegbert Schütt.

06.05.2017

Die Autorin Sandra Lembke präsentierte in Bansin Kulturgeschichte auf unterhaltsame Weise

08.05.2017

Klassik, Soul, Jazz und Fotos von wilder Natur und chaotischer Großstadt: Greifswalder Kulturfestival feiert fulminante Eröffnung

08.05.2017

Schau der Bilder und Skulpturen ist seit Sonntag im Griebenower Barockschloss zu sehen

08.05.2017
Anzeige