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Kultur Hochspannung aus Holz im Kunstverein
Nachrichten Kultur Hochspannung aus Holz im Kunstverein
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00:00 07.12.2017

Heiko Börner liebt die Spannungen. Und er liebt das Material Holz. Mit diesen Vorlieben schafft der 44-Jährige eigenartige Skulpturen mit suggestiver Kraft, in denen sozusagen der Widerspruch selbst zur Form geronnen ist. Strukturen aus zwei gegensätzlichen Formenwelten sind da auf frappierende Weise gegeneinandergesetzt: die Starrheit (fast) glatter Flächen und die (hier leicht anarchische) Dynamik kraftvoll gespannter Energielinien.

Wie sehr die seltsamen Gebilde die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, können jetzt Besucher der Galerie des Kunstvereins zu Rostock erleben. Seit gestern stellt dort der in Thüringen aufgewachsene und heute in München lebende Künstler 20 Arbeiten aus. Zu 15 Holzskulpturen und einigen Zeichnungen kommen elf Filme, die Börners Verfahren des Spannungsaufbaus zwischen Objekten auch als animierte Sequenzen darstellen.

Denn das ist sein Prinzip: „Eine Konstellation zu schaffen, in der geometrische Formen in höchstmöglicher Spannung zueinander stehen“, beschreibt der Bildhauer. Auf das, was dabei vor allem sichtbar wird, nämlich die Spannung selbst, verweist der Ausstellungsname „in zwischen“. Einige hochformatige Stücke wirken wie abstrakte Figuren. Aber Figürliches sei nicht intendiert, widerspricht der Bildhauer lächelnd. Er wolle nichts erzählen, ihm gehe es um bestimmte Bewegungszustände. So haben seine Arbeiten nie Titel, sie sind lediglich durch die Holzart und eine Archivierungsnummer gekennzeichnet.

Und sie spielen ihr Spiel der Irritation unserer Seh-Vorurteile auf allen Ebenen: führen mit glatter Präzision oder in filigranen Passagen das brutale Image der Motorsäge ad absurdum, lassen unter milchigem Schleier der Lasur die Holzmaserung zurücktreten und das Ganze weniger natürlich, eher künstlich erscheinen. Und zeigen, dass solche Strukturen, wie sie der Künstler, ein bekennender Naturwissenschafts- und Science-Fiction-Fan, eher von Gravitation oder Magnetismus kennt, in lebendigem Holz darstellbar sind.

Ausstellung: Galerie Amberg 13, bis 7. Januar 2018, Di-So 14-18 Uhr.

Dietrich Pã¤tzold

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