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Hofer Filmtage trauern um Festivalgründer

Hofer Filmtage trauern um Festivalgründer

Für die legendären Hofer Filmtage ist es eine Zäsur: Im 50. Jahr ihres Bestehens ist der Gründer und Chef Heinz Badewitz gestorben. Wie es jetzt weitergeht, ist unklar.

Hof (dpa) - Die Internationalen Hofer Filmtage - das „Home of Films“, wie Wim Wenders sagte - werden 50 Jahre alt. Ausgerechnet dieses Jubiläum geht mit einem großen Verlust einher: Gründer Heinz Badewitz ist im März gestorben. Er war bis zuletzt Chef des Festivals, das als Deutschlands zweitwichtigstes gilt - nach der Berlinale. Die Festivalmacher müssen sich nun überlegen, wie sie weiter mithalten können.

Denn die Konkurrenz ist inzwischen deutlich gewachsen. Viele Städte haben ein Filmfestival. Neben Berlin und München etwa auch Saarbrücken, Duisburg, Köln und zahlreiche andere. Viele sind spezialisiert, wie zum Beispiel das Stuttgarter Trickfilm-Festival.

Hof hatte auch eine Spezialisierung: Es war ein Festival von Freunden für Freunde. „Es hat sich zu einer Art Klassentreffen des deutschen Films entwickelt“, sagt Linda Söffker, Leiterin der Berlinale-Sektion Perspektive Deutsches Kino. „Ob das auch das Profil der Zukunft sein kann, muss man sich dann nach diesem Jubiläum neu fragen.“

Söffker gehört zu dem dreiköpfigen Kuratorium, das in diesem Jahr die Filmtage (25. bis 30. Oktober) in Hof leitet. Mit ihr machen das Thorsten Schaumann von Sky Deutschland und Alfred Holighaus, der Präsident der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft.

„Das Festival wird sich kräftig durchschütteln müssen“, sagt Holighaus. „Damit ist nicht unbedingt gemeint, dass sich viel ändern muss.“ Aber es gebe nicht die eine Person, die Badewitz ersetzen könne. „Insofern muss das Festival in alle Richtungen offen sein.“ Ob eine oder einer von den dreien oder alle zusammen auch im nächsten Jahr an der Spitze des Festivals stehen werden, sei noch nicht klar, so Holighaus.

Die Kuratoren waren den Hofer Filmtagen und vor allem Badewitz als Besucher und Freunde über viele Jahre eng verbunden. „Wir haben die Filme jetzt sicher durch die Brille von Heinz geguckt“, sagt Söffker. „Ich habe mit ihm die Gespräche in diesem Jahr im Kopf geführt. Vielleicht ist man mit einem imaginierten Gegenüber etwas rücksichtsvoller als mit dem realen.“ Aber zwischen ihr und Badewitz habe es viele Überschneidungen gegeben. „Er hat immer verschiedene Handschriften gewürdigt, die Arbeit von jungen Frauen gewürdigt.“

Das Team wollte das Jubiläum im Sinne des langjährigen Chefs gestalten, aber: „In diesem Jahr wird eine Sache anders sein, als Heinz sie wahrscheinlich gemacht hätte“, sagt Söffker. Es sind fünf Retro-Programme geplant, etwa mit Doris Dörries' „Männer“ und „Same Player Shoots Again“ von Wim Wenders. „Heinz hat immer eine Hommage an jemanden eingebaut, aber hätte eher nicht 50 Jahre retrospektiv – oder sich selbst – gefeiert. Wir wollten das aber tun.“

Davon abgesehen soll es natürlich um die Zukunft gehen. Neue Talente vorzustellen ist der Kern des Festivals. Ende der 60er Jahre waren das neben dem verstorbenen Rainer Werner Fassbinder auch Werner Herzog und Wenders, die auch in diesem Jahr kommen. Heute zählt dazu „Toni Erdmann“-Regisseurin Maren Ade, die mit „Der Wald vor lauter Bäumen“ 2003 Premiere in Hof hatte. „Es ist dem Festival immer gelungen, Überraschungen auf der Leinwand zu haben“, sagt Holighaus. „Das ist auch diesmal unser ganz großer Anspruch.“

Den Auftakt diesmal macht Chris Kraus' neuer Film „Die Blumen von gestern“, zehn Jahre nach seinem Debüt in Hof mit „Vier Minuten“. In den Hauptrollen spielen etwa Lars Eidinger und Hannah Herzsprung.

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