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Hollywood-Komiker Gene Wilder gestorben

Los Angeles Hollywood-Komiker Gene Wilder gestorben

Melancholische Augen und leise Komik: Der US-Schauspieler Gene Wilder ist im Alter von 83 Jahren gestorben. In den Trauerbekundungen vieler Kollegen zeigt sich die Bewunderung für Wilders Kunst.

Los Angeles. Der US-amerikanische Schauspieler, Regisseur und Drehbuchautor Gene Wilder ist tot. Bekannt wurde der Mann mit lockeren blonden Locken und blauen Augen in den 1970er Jahren als Willy Wonka in „Charlie und die Schokoladenfabrik“ und mit Filmen wie „Frankenstein Junior“. 

Nach Angaben seiner Familie starb Wilder am Montag in seinem Haus im US-Bundesstaat Connecticut. Laut der Mitteilung, die auch der Deutschen Presse-Agentur vorlag, starb Wilder an den Folgen einer Alzheimer-Erkrankung. Er wurde demnach 83 Jahre alt. Die Nachrichtenagentur AP und das Branchenmagazin „Variety“ hatten zuerst über den Tod berichtet.

In der Erklärung schreibt sein Neffe Jordan Walker-Pearlman, warum Wilder die Krankheit bis zuletzt geheim hielt. „Die Entscheidung war keine Eitelkeit. Es ging um die zahllosen kleinen Kinder, die ihn anlächelten oder ihm "Da ist Willy Wonka!" zuriefen.“ Bei denen habe er keine Sorgen auslösen wollen. „Er konnte einfach den Gedanken nicht ertragen, dass es ein Lächeln weniger auf der Welt gäbe.“

In den 1970er und 1980er Jahren zählte Wilder zu Hollywoods bekanntesten Komikern. Mit Komödien wie „Is' was, Sheriff?“ und „Die Glücksjäger“ sowie als skurriler Fabrikbesitzer Willy Wonka in „Charlie und die Schokoladenfabrik“ brachte er Millionen Zuschauer zum Lachen. Auch in Woody Allens „Was Sie schon immer über Sex wissen wollten“ war Wilder zu sehen.

Nun trauern Weggefährten und Stars um den Spaßmacher. Regisseur Mel Brooks, der häufig mit Wilder zusammenarbeite, würdigte seinen Kollegen und Freund als ein „wahrhaft großartiges Talent unserer Zeit“. Er habe alle ihre gemeinsamen Filme mit seiner „Magie“ gesegnet, schrieb Brooks am Montag auf Twitter. Brooks hatte Wilder 1968 in der Musical-Satire „Frühling für Hitler“ die Rolle des neurotischen Buchhalters Leo Bloom gegeben, für die Wilder eine Oscar-Nominierung als bester Nebendarsteller bekam. 1975 war Wilder zusammen mit Brooks für das beste Drehbuch nominiert. „Frankenstein Junior“ verlor aber gegen den zweiten Teil von „Der Pate“.

Schauspieler Eric McCormack („Will und Grace“) schrieb: „Ein Genie, von dem ich ständig geklaut habe.“ Die Rolle als Will Trumans Chef in der Comedy-Serie war Wilders letzte gewesen. „Einer der lustigsten und herzigsten Wege, auf denen Energie je die menschliche Form angenommen hat“, schrieb Komiker Jim Carrey. Oscar-Preisträger Russell Crowe würdigte Wilder als „Genie“. Er habe „Blazing Saddles“ (deutscher Titel „Is' was, Sheriff?“, 1974) mit seinen Schulfreunden sieben Mal gesehen, schrieb der neuseeländische Star auf Twitter. 

In den 1980er Jahren hatte sich Wilder aus Hollywood in den Ostküstenstaat Connecticut zurückgezogen, wo er zuletzt mit seiner vierten Ehefrau lebte. Der 1933 im US-Staat Wisconsin geborene Sohn russischer Einwanderer debütierte auf der Leinwand in dem Gangsterdrama „Bonnie und Clyde“ (1967) in der kleinen Rolle eines schüchternen Leichenbestatters. In New York hatte er an der berühmten Theaterschule von Lee Strasberg sein Handwerk gelernt.

Teile seiner Familie hätten zum Zeitpunkt des Todes Wilders Hand gehalten, hieß es in der Erklärung des Neffen weiter. Ein auf zufällige Wiedergabe eingestellter Lautsprecher habe Ella Fitzgeralds „Somewhere over the Rainbow“ gespielt. 

dpa

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