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Nachrichten Kultur Hollywood setzt auf Frauen-Power und Sequels
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09:42 12.05.2017
Charlize Theron schaltet als eiskalte Agentin in „Atomic Blonde“ gefährliche Doppelagenten in Berlin aus. Quelle: Jonathan Prime/20th Century Fox
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Los Angeles

Gleich mit doppelter Frauen-Power startet Hollywood in den Kinosommer. Comedy-Ikone Goldie Hawn (71) und Amy Schumer (35, „Dating Queen“) preschen an diesem Wochenende mit der Mutter-Tochter-Komödie „Mädelstrip“ in die US-Kinos (dt. Kinostart 15. Juni).

Das ist der spaßige Vorgeschmack auf starke Frauenrollen, die in diesem Jahr aus dem üblichen Mix von Fortsetzungen, Remakes und Spin-Offs herausstechen.

Mit dem Superheldinnen-Film „Wonder Woman“ geben Anfang Juni die israelische Schauspielerin Gal Gadot (32) und Regisseurin Patty Jenkins („Monster“) ihren Einstand. Gadot hatte bereits eine Wonder-Woman-Nebenrolle in „Batman v Superman: Dawn of Justice“ an der Seite von Ben Affleck als Batman und Henry Cavill als Superman. Doch nun gibt die toughe Amazonenprinzessin alleine den Ton an. Kinogänger in Deutschland müssen sich bis zum 15. Juni gedulden.

Hollywood-Star Tom Cruise (54) ist gewöhnlich das Zugpferd für Kinogänger, doch als wirkliche Attraktion von „Die Mumie“ wird Sofia Boutella (35, „Star Trek Beyond“) gehandelt. In der Neuauflage der Horror-Reihe spielt die algerische Tänzerin die titelgebende rachsüchtige Mumie, die ehemals eine machtgierige Prinzessin war, bevor sie in eine Gruft gesperrt wurde.

Charlize Theron (41) schlägt mit platinblonder Perücke als eiskalte Agentin in „Atomic Blonde“ zu. Sie mimt eine Spionin, die kurz vor dem Mauerfall gefährliche Doppelagenten in Berlin aufspüren und ausschalten soll. Als Femme fatale hat sie alles, was sonst männlichen Agenten zusteht, auch Sex mit schönen Frauen. „Glaubt mir, Frauen gabeln Frauen auf, um heißen Sex zu haben“, erzählte Theron der „Los Angeles Times“. Sie wünsche sich mehr „mutige“ Produzenten und Regisseure, die starke Rollen auf Frauen zuschneiden. Bei „Atomic Blonde“ ist die Oscar-Preisträgerin auch als Produzentin an Bord. Geplanter Kinostart in den USA ist Ende Juli, in Deutschland Mitte August.

Originalität ist normalerweise Mangelware in Hollywoods Kinosommer. Wie im Vorjahr gehen die großen Studios auch 2017 lieber mit Neuauflagen und Sequels auf Nummer sicher. Von Mai bis August laufen 15 Filme dieser Art in den US-Kinos an, wie das Branchenblatt „Variety“ aufzählt.

Die „Guardians of the Galaxy“-Weltraumhelden machten den Auftakt, mit „Alien: Covenant“ geht es am 18. Mai gleich weiter. In Ridley Scotts Fortsetzung von „Prometheus - Dunkle Zeichen“ (2012) spielt der deutsch-irische Schauspieler Michael Fassbender (40) eine Doppelrolle als zwei menschenähnliche Roboter.

Auch das kommt bekannt vor: „Pirates of the Caribbean: Salazars Rache“, „Transformers: The Last Knight“, „Spider-Man: Homecoming“, „Planet der Affen: Survival“, „Cars 3“ - Schlag auf Schlag kocht Hollywood in diesem Sommer Altbewährtes auf.

Das ist nicht immer eine Erfolgsgarantie. Roland Emmerichs „Independence Day“-Fortsetzung enttäuschte 2016 an den Kinokassen, ebenso die weiblichen „Ghostbusters“ von Comedy-Regisseur Paul Feig, ein Reboot der Kultserie aus den 1980er Jahren.

Hollywoods nostalgisches Experiment in diesem Jahr heißt „Baywatch“. Wer erinnert sich nicht an die 90er-Jahre-Fernsehserie, mit Pamela Anderson und David Hasselhoff in knapper roter Badebekleidung am Strand von Malibu. Für die Kinoversion holt Seth Gordon („Kill the Boss“) nun Zac Efron, Dwayne Johnson und Kelly Rohrbach als durchtrainierte Rettungsschwimmer vor die Kamera. Ab dem 1. Juni zeigen sie in den deutschen Kinos nackte Haut.

Im Sommer der Sequels und Superhelden gibt es auch Ausnahmen von der Regel. Sofia Coppola bringt Ende Juni das Historiendrama „Die Verführten“ mit Nicole Kidman und Kirsten Dunst in die deutschen Kinos. Colin Farrell spielt darin einen Soldaten während des Amerikanischen Bürgerkriegs, der in einem Mädchenpensionat Zuflucht findet.

„The Dark Knight“-Regisseur Christopher Nolan packt mit „Dunkirk“ (Kinostart 27. Juli) ein Kriegsdrama an. Schauplatz ist die nordfranzösische Stadt Dünkirchen, wo im Mai und Juni 1940 britische und alliierte Soldaten von deutschen Truppen umzingelt waren.

Im Hochsommer- Ende Juli - könnte es mit „An Inconvenient Sequel“ auch politisch heiß hergehen. Dann bringt der ehemalige Vizepräsident Al Gore die Fortsetzung seiner Oscar-prämierten Umwelt-Dokumentation „Eine unbequeme Wahrheit“ in die US-Kinos. US-Präsident Donald Trump hat in der Vergangenheit den menschengemachten Klimawandel angezweifelt und mit dem Ausstieg aus dem Pariser Klimaschutzabkommen gedroht. Erst am Ende des Kinosommers - im September - ist „Eine unbequeme Fortsetzung - Der Stand der Dinge“ auch in Deutschland zu sehen.

dpa

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