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Kultur Humor jenseits der Schmerzgrenze
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22:48 15.07.2013
"Kindsköpfe 2" (2013) mit Adam Sandler versucht an den Erfolg der Familienväter-Komödie aus dem Jahr 2010 anzuknüpfen. Leider fehlen dem Film Ideen und anarchischer Charme. Quelle: 2013 Sony Pictures Releasing GmbH

"Kindsköpfe 2" ist einer dieser Filme, die keine Scheu kennen - und daher wäre eine allzu vornehme Wortwahl unangemessen. Also: Eric, gespielt von Kevin James, der in diesem Film tatsächlich einfach mal als "fett" bezeichnet werden muss, kann etwas, worum ihn seine Freunde beneiden. Er rülpst laut, beginnt dann zu niesen, macht eine ungelenke Bewegung mit seiner Hüfte - und furzt dann leidenschaftlich. Tatsächlich ist die befremdliche Vulgär-Einlage auch so etwas wie der rote Faden der ansonsten dürftig zusammenhanglosen Komödie: Am Ende des Films beherrscht auch Familienvater Lenny (Adam Sandler) diesen Trick. Damit ist für ihn der Höhepunkt erreicht in einem Lustspiel, das wenig zu bieten hat und seinem Minimalanspruch, Zuschauer zum Lachen zu bringen, nur selten gerecht wird. Es sei denn, man liebt sie wirklich - die Fäkal-, Kotz- oder schmerzhaften Prügel-Gags.

Drei Jahre nach dem Welterfolg "Kindsköpfe", der seinem Studio über 260 Millionen Dollar globales Einspielergebnis einbrachte und allein in Deutschland über zwei Millionen Besucher in die Kinos lockte, ist das alte Team wieder zusammen: Hollywoodstar Lenny, das pummelige Muttersöhnchen Eric, Quasselstrippe Kurt (Chris Rock), Hänfling Marcus (David Spade) und Drogen-Freak Nick (Nick Swardson) sind wieder versammelt - in der Kleinstadt, in der sie alle groß und als Um-die-Vierzigjährige mittlerweile mehr oder weniger gesetzt und spießig geworden sind. Anders als im Vorgängerfilm, in dem die Kumpels gemeinsam mit ihren Familien ein chaotisches Ferienwochenende am See verbringen, steht nun mehr oder minder Alltag auf der Tagesordnung. Nur: So richtig passiert nichts, weder im Leben der Helden noch im Film.

Als "Handlung" kann man es ja nicht wirklich bezeichnen, dass sich Ober-Kindskopf Lenny nach vielen Ehejahren und drei gemeinsamen Kindern mit der attraktiven Latina-Mama Roxanne (Salma Hayek) noch immer über ihren Akzent lustig macht. Sie möchte noch ein weiteres Baby haben, er nicht. Besonders dramatisch wirkt der Konflikt aber auch nicht. Um sich die Zeit zu vertreiben, rottet sich Lenny mit seine Chaos-Brüdern zusammen , um gemeinsam an einem alten High-School-Badesee zum Schwimmen zu gehen.

Dort steigt allerdings eine Party wichtigtuerischer College-Kids. Mit deren aufgepumpten Anführern (unter anderem "Twilight"-Star Taylor Lautner), die es wild finden, in der Freizeit kein Oberhemd zu tragen, legen sich Lenny und Co. an. Das führt dazu, dass die Preppy-Boys gegen Ende des Films das Anwesen des Familienvaters überfallen und sich mit seinen Partygästen eine wilde Schlägerei liefern. Wer es lustig findet, wenn Jugendliche ins Gesicht geschlagen oder Erwachsene Tritte in die Weichteile bekommen, findet auch das unterhaltsam. Sensiblere Gemüter dürften bis dahin längst den Kinosaal verlassen - und wenig verpasst haben.

Anders als der "Hangover"-Reihe, die mit einem wirklich respektlosen, anarchischen Humorverständnis verblüffte, lebt die "Kindsköpfe"-Reihe von einem Unterhaltungsverständnis, das sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner einigt. Doch zotige Witze über üppige Brüste, groteske Körperlichkeit und vermeintliche sexuelle Abartigkeiten wirken hier selten gewagt, sondern meistens einfach nur verklemmt. Daher dürfte es auch wohlwollenden, für deftigen Klamauk aufgeschlossen Zuschauern nicht ganz leicht fallen, sich in diesem Film wirklich zu amüsieren.

Erfolgskomiker Adam Sandler und Regisseur Dennis Dugan, die zusammen bereits acht Filme gedreht haben, betonten vor der "Kindsköpfe 2"-Premiere nicht ohne Stolz, dass Sandler bislang in seiner Vielfilmer-Karriere noch kein Sequel gedreht habe. Auf diese erste Ausnahme hätte man locker verzichten können.

Trailer zu: Kindsköpfe 2

Homepage "Kindsköpfe 2"

Homepage Sony

Adam Sandler bei Twitter

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Homepage Kevin James

Homepage Maria Bello

Infoseite zum Film

(Flash)

teleschau

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