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Kultur „Ich bin ja auch ein Stümper“: Peter Handke ist 75
Nachrichten Kultur „Ich bin ja auch ein Stümper“: Peter Handke ist 75
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00:00 06.12.2017

. Eine große Sehnsucht nach Harmonie kann man Peter Handke nicht nachsagen. Der österreichische Autor ist bekannt für seine streitbaren Positionen.

Der österreichische Literat Peter Handke Quelle: Foto: Rolf Haid/dpa

Selbst Preisverleihungen enden bei ihm im Eklat. Vor allem für seine Pro-Serbien-Haltung im Balkan-Konflikt musste er viel Kritik einstecken. Nachgeben kam trotzdem nie in Frage: „Ich bin ein friedlicher Mensch, glaube ich, aber das Friedliche geht bei mir ab und zu mit dem Streit zusammen“, sagte Handke kürzlich zur Zeitschrift „News“. Der gebürtige Kärntner, der seit Jahren in einem Pariser Vorort lebt, wird heute am Nikolaustag 75 Jahre alt.

Eine Feier gibt es nicht. Er wolle den Tag in seinem „Kaff“ Chaville verbringen und vielleicht in die portugiesische Bar gehen. Aber es bleibt Zeit nachzudenken, ob er ein weltliterarisches Werk hinterlasse: „Ich weiß nicht . . . Ich möchte auch immer leicht sein, und ich bin ja auch ein Stümper“, sagte er dem Magazin. Er glaube aber nicht, dass sein Schaffen bald verschwunden sein wird. Und falls doch, dann sei es so. Zur Welt kam Handke mit slowenischen Wurzeln 1942 in einem kleinen Ort in Kärnten. Mit 18 Jahren erfuhr er, dass nicht der aus Berlin stammende Ehemann seiner Mutter sein leiblicher Vater war, sondern ein verheirateter deutscher Sparkassenangestellter. Handke ging in ein katholisches Internat und machte Abitur. „Eine große Depression ist in mich eingezogen“, erinnerte er sich an sein Jura-Studium. Seine Rettung fand er im Schreiben. Den Selbstmord der Mutter verarbeitete er mit der Erzählung „Wunschloses Unglück“.

Im Jahr 1966 erschien sein Debütroman „Die Hornissen“. Seine Bekanntheit festigte sich im Juni 1966 endgültig, als Theatermacher Claus Peymann die Uraufführung von „Publikumsbeschimpfung“ in Frankfurt zeigte. Handke schrieb Dutzende Erzählungen und Prosawerke. Das später von Wim Wenders verfilmte Werk „Die Angst des Tormanns beim Elfmeter“ (1970) wurde zum klassischen Lesestoff für Schüler. Im Herbst wartete Handke mit seinem neuesten Roman „Die Obstdiebin“ auf.

Sandra Walder

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