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„Ich liebe Rügen im Frühling“

Rostock „Ich liebe Rügen im Frühling“

Witzig, schlagfertig und mit musikalischer Unterstützung stellten Bratschist Nils Mönkemeyer und Intendant Markus Fein im OZ-Studio das Programm für den Festspielfrühling Rügen vor

Rostock. Rau, stürmisch und einzigartig – so beschreibt Bratschist Nils Mönkemeyer die Tage, an denen der Festspielfrühling Rügen beginnt: „Ich liebe die Insel zu dieser Zeit“. Der 37-Jährige ist 2017 künstlerischer Leiter des Frühjahrsfestivals der Festspiele MV und hat gestern gemeinsam mit Intendant Markus Fein im Kulturtalk im Studio der OSTSEE-ZEITUNG exklusiv das musikalische Programm vorgestellt. Alexander Loew, Geschäftsführender Redakteur, und Kulturchef Michael Meyer sprachen mit den Festival-Machern.

Vor knapp 40 Zuschauern plauderten Mönkemeyer und Fein launig mit ihren Gastgebern und verrieten, was sie am jeweils anderen schätzen. So weiß Intendant Fein, dass er mit dem aus Bremen stammenden Bratschisten einen guten Fang für die Festspiele gemacht hat. „Viele können spielen, er hat wirklich etwas zu sagen. Er denkt über sein Instrument hinaus“, sagte der Intendant.

Sein Instrument – das ist die Bratsche. Und diese stellte der 37-Jährige auch dem Publikum beim OZ-Talk vor. Er selbst spielt ein modernes Instrument aus der Werkstatt eines Münchner Geigenbauers.

„Der bauliche Unterschied zur Geige ist eigentlich nur der, dass die Bratsche etwas größer ist. Im Klang kommt man allerdings kaum aus der Melancholie heraus“, erklärte Mönkemeyer. Mit der Geige sei er damals, als er anfing zu musizieren, nicht so klargekommen. „Wir Bratschisten mögen eher die tiefen, verschleierten Töne.“

Für die Gäste im OZ-Studio gab es zudem einen Vorgeschmack auf den Rügener Festspielfrühling im März 2017. Zusammen mit seiner Meisterschülerin Editha Seungwon Chung aus Korea spielte Mönkemeyer ein Stück von Béla Bartók. Solo erklangen der erste Satz einer Serenade und ein Menuett von Johann Sebastian Bach.

Bach, der als einer der bedeutendsten Komponisten der Musikgeschichte überhaupt gilt, steht auch im Mittelpunkt des Festspielfrühlings. So werden unter anderem die Goldberg-Variationen und die Brandenburgischen Konzerte zu hören sein. Vom 17. bis 26. März 2017 werden zudem hochkarätige Musiker wie Veronika Eberle, Matthias Schorn, Brett Dean, William Youn, Martynas, Dorothee Oberlinger, die Ensembles Quadro Nuevo, Heath Quartet und Signum Quartett und die Schauspielerin Meret Becker auftreten, von der Nils Mönkemeyer besonders begeistert ist: „Ich habe sie als Jugendlicher im Film ,Rossini’ gesehen. Sie ist eine Schauspielerin, die mich besonders beeindruckt. Und das Tolle ist, sie kann auch stark singen.“

Rund 40 Mitwirkende gestalten das Programm. Zu den 16 Spielstätten an elf Orten gehören der Marstall und das Theater Putbus, die Kapelle in Boldevitz und die Seebrücke Sellin. Auch die Festscheune des Gutes Lebbin und der Glasbahnhof Sassnitz laden zu Konzerten ein. Das Frühjahrsfestival der Festspiele findet im kommenden Jahr zum sechsten Mal auf Rügen statt.

Mit der Ausrichtung des Festivals verfolgt Markus Fein, der bereits im Alter von 21 Jahren klassische Konzerte veranstaltete, ein Ziel: „Die Musik mit Menschen zu teilen, ist mir ein Grundanliegen.“

Daher wird der 45-Jährige auch bei fast allen Konzerten dabei sein. „Ich muss doch dabei sein. Ich könnte mir nicht vorstellen, währenddessen zu Hause zu sein und Spaghetti Bolognese zu essen“, scherzte er. Eröffnet wird der Festspielfrühling am 17. März im Marstall in Putbus von Nils Mönkemeyer und einigen seiner musikalischen Freunde. Zusammen präsentieren sie einen Abend, der die Bratsche in den Mittelpunkt rückt.

Zurzeit ist Mönkemeyer beim Sommercampus der Hochschule für Musik und Theater in Rostock beschäftigt. Dort gibt er den Studenten seiner Meisterklasse Einzelunterricht. „Das sind angehende professionelle Musiker“, sagte er.

Die besten werden zusammen mit der Norddeutschen Philharmonie im nächsten Sommer auftreten. Dass Mecklenburg-Vorpommern einiges an musikalischen Talenten vorweisen kann, weiß Mönkemeyer: „Klassische Musiker haben hier eine Zukunft.“

Michaela Krohn

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