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„Ich liebe die Abwechslung“

Lyon „Ich liebe die Abwechslung“

Schauspieler Peter Lohmeyer feiert in Lyon Operndebüt in „Die Entführung aus dem Serail“

Lyon. Der Schauspieler Peter Lohmeyer (54) schlüpft erstmals in eine Opernrolle: Im französischen Lyon wirkt er als Bassa Selim in der Oper „Die Entführung aus dem Serail“

von Wolfgagn Amadeus Mozart mit. „Ich bin ein ewiger Student. Ich interessiere mich für so vieles und liebe die Abwechslung“, sagt der in Hamburg lebende Schauspieler.

Der Auftritt sei eine tolle Gelegenheit, denn es gebe in der Oper nur wenige Sprechrollen, sagt Peter Lohmeyer. Das Stück hat am 22. Juni an der Oper von Lyon unter der Intendanz von Serge Dorny Premiere. In der Neuinszenierung des frankokanadischen Regisseurs Wajdi Mouawad, aufgeführt in deutscher Sprache, übernimmt der Theater- und Filmschauspieler, der aus dem Ruhrgebiet stammt, die Sprechrolle des Bassa Selim.

Dieser war einst Christ und ist zum Islam übergetreten. In seinem Palast leben Konstanze und ihre Zofe Blonde, die er von einem Sklavenmarkt gekauft hat. Die beiden Frauen hoffen auf Befreiung durch Konstanzes Verlobten Belmonte.

Der Inhalt der Oper sei nicht zuletzt durch die Flüchtlingskrise und durch die Übergriffe auf Frauen hochaktuell, erklärt der Schauspieler sein Engagement. Man müsse mit diesem Thema sensibel umgehen, meint Peter Lohmeyer. „Ein jeder hat eine Meinung über den Islam, ohne sich je mit der islamischen Kultur beschäftigt zu haben“, sagt er.

Es ist nicht das erste Mal, dass Lohmeyer in die Musikwelt eintaucht. Anfang dieses Jahres hat er im „Club der toten Dichter“ die Gedichte des Amerikaners Charles Bukowski gesungen. Musik habe ihn schon immer interessiert. „Ich habe viel Respekt vor Opernsängern. Mich beeindruckt, wie sie aus ihrem Körper einen Klangraum machen“, sagte er.

Lohmeyer, der bis 2014 mit Sterneköchin Sarah Wiener verheiratet war, ist bekannt aus Kinofilmen wie „Das Wunder von Bern“ (2003) oder „Soul Kitchen (2009). Er begann seine Karriere an Theatern in Bochum, Düsseldorf, Stuttgart, Hamburg und Berlin, bevor er 1983 in „Der Kampfschwimmer“ und 1985 in „Alles Paletti“ im Fernsehen zu sehen war und einem größeren Publikum durch die Serie „Die Straßen von Berlin“ (1995 bis 1998) bekannt wurde. Er war in seiner Karriere bisher in mehr als 70 Produktionen zu sehen, darunter im „Tatort“, „Polizeiruf 100“ oder Thrillern wie „Wolfsfährte“ (2010) oder „Blutadler“ (2012).

OZ

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