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Kultur „Ich möchte eine Familie gründen – irgendwann“
Nachrichten Kultur „Ich möchte eine Familie gründen – irgendwann“
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00:00 16.09.2017

2016 war nicht das Jahr des David Garrett (37). Deutschlands populärster Geiger musste sich mit sehr unschönen Schlagzeilen herumschlagen. Seine Ex-Freundin Ashley Youdan, die auch als Pornodarstellerin tätig war, verklagte Garrett wegen Körperverletzung und abnormer sexueller Praktiken, Garrett reagierte mit einer Gegenklage, der Fall ist vor Gericht eingestellt worden. Zeit, nach vorne zu schauen. „Rock Revolution“ heißt sein neues Werk, Garrett spielt Coldplay, Bruce Springsteen, Prince.

David, ist das Sixpack auf dem Cover von „Rock Revolution“ echt oder Photoshop?

David Garrett: Alles echt! Im Sommer habe ich die Zeit genutzt, mehr Sport machen. Ich hatte sechs Wochen kein Konzert und war fast jeden Tag im Fitnessstudio.

Sind Sie diszipliniert genug, mal einen Marathon zu laufen?

Nein. Dafür fehlt mir die Zeit. Sport ist wichtig für meinen Job. Ich absolviere jedes Jahr um die 200 Flüge, da sollte man schauen, dass man körperlich nicht nachlässt.

Sie spielen auf Ihrem neuen Album auch „Born In The USA“. Bruce Springsteen geht auf die 70 zu und ist fit wie ein Turnschuh. Ein Vorbild?

Ja. Springsteen ist großartig.

Wie fühlen Sie sich mit 37?

Ich fühle mich fit, mir macht das alles viel Spaß. Ich habe keine Zeit, über das Älterwerden nachzudenken. Sicher wird eine Phase kommen, in der man kürzertritt, wo man die Prioritäten verschiebt.

Das ist bei mir im Moment nicht der Fall.

In welche Richtung möchten Sie die Prioritäten verschieben?

Dass man mal eine Familie gründet und sesshafter wird. Dass man das Pensum an Konzerten runterfährt und sich die Städte anguckt, in denen man schon oft gewesen ist, aber die man nie gesehen hat.

Weniger Arbeit, mehr Genuss.

Eine Familiengründung geht ja manchmal schneller als man denkt.

Das ist wahr. Es ist nichts in Planung, aber ich halte Sie auf dem Laufenden (lacht).

Ist „Rock Revolution“ die Fortsetzung von „Rock Symphonies“, Ihrem erfolgreichsten Album?

Kann man sagen, ja. Für mich war es ein Luxus, im vergangenen Jahr mal kein Album rauszubringen. Wir haben uns für „Rock Revolution“ bewusst mehr Zeit genommen und viel experimentiert.

Sind das alles Lieblingslieder?

Ja. Ich möchte mich mit den Stücken identifizieren. Alle Stücke sind Herzensangelegenheiten.

Sie spielen auch „Purple Rain“. Haben Sie Prince persönlich gekannt.

Ich hatte leider nicht das Glück, ihn kennenzulernen. „Purple Rain“ hat mich inspiriert mit der E-Geige zu arbeiten und dieses Instrument zu entdecken. Ich will nicht sagen, dass ich an der akustischen Geige alle Möglichkeiten ausgereizt habe, aber die E-Geige hat mir für diese CD das gewisse Extra an Energie und Motivation gegeben.

Auf „Rock Revolution“ gibt es sanfte Stücke wie „Fix You“ von Coldplay, harte und wütende Nummern wie „Killing In The Name Of“ von Rage Against The Machine.

Oh ja, gerade der Song hat wahnsinnig viel Druck und Energie. Ein Album, das „Rock“ im Titel trägt, sollte Rock beinhalten. Mir war wichtig, die Balance zu finden.

Wie sehr wirkt mit einem Jahr Abstand das Drama nach, mit dem Sie sich 2016 abseits der Musik beschäftigen mussten? Hat die Musik David Garrett gerettet?

Die Musik ist etwas Selbstverständliches für mich, wie Atmen. Aus der Musik ziehe ich Energie, und egal, ob man im Leben eine schöne oder schwierige Situation hat. Egal, was passiert – die Musik kann mir keiner wegnehmen.

Was haben Sie daraus gelernt?

Tja, mit Sicherheit ein Stück weit das Privatleben mehr zu schützen. Ich habe einiges, auch in den Medien, offen gelebt, und da hätte eher der Punkt kommen müssen, an dem man sagt: Das ist privat.

Wurden Sie nicht durch Ihre Ex-Freundin genötigt wurdest, Details über die Beziehung auszubreiten?

Das ist Vergangenheit. Darüber möchte ich mich nicht mehr äußern. Der Fall ist abgeschlossen.

Sie hatten Sorgen um Ihren guten Ruf.

Nein, das habe ich nie gesagt, dass ich Angst um meinen Ruf habe. Ich habe tolle Menschen um mich herum und ganz tolle Fans. Ich bin ein sehr glücklicher Mensch.

Interview Steffen Rüth

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