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Kultur „Ich rebelliere immer“
Nachrichten Kultur „Ich rebelliere immer“
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00:03 18.05.2018
1985: Szene mit Roger Moore in „James Bond 007“ Quelle: Foto: Hipp-Foto
New York

Autobiografie veröffentlicht, Dokumentarfilm in den Kinos und ein neues Album in Arbeit: Grace Jones wird am Samstag (19. Mai) 70 Jahre alt, aber ihr Terminkalender könnte wohl kaum voller sein. Alter? „Mein Gott, dieses Wort benutze ich nicht. Ich nenne es Weisheit“, sagte sie erst kürzlich dem „Guardian“. Seit mehreren Jahren arbeite sie bereits an dem neuen Album. „Zwischen dem Buch, den Auftritten und dem Film mussten wir es immer wieder verschieben. Aber es ist sehr, sehr stark.“ 

Model, Disco-Queen, Pop-Star, Schauspielerin und Stil-Ikone – das Gesamtkunstwerk Grace Jones wird 70 und sieht blendend aus

Jones ist ein Gesamtkunstwerk – und das unumstrittene Original. Die Diva feierte schon mit Andy Warhol im sagenumwobenen New Yorker Club „Studio 54“, wurde mit ihrem extravaganten, androgynen Aussehen und Disco-Liedern zum Star der Homosexuellen-Szene, modelte für die Mode-Bibel „Vogue“ und schauspielerte erfolgreich neben „James Bond“ Roger Moore. Auch mit 70 pflegt sie ihre Star-Allüren.

Ins Laufsteg-Business zieht sie allerdings nichts mehr. „Ich bin so froh, dass ich das heutzutage nicht mache. Ich wäre wahrscheinlich tot. Alle sind so dünn. Mit Größe 34 ist man doch eine wandelnde Leiche. Überhaupt nicht sexy. Ich war damals Größe 36 oder 38, aber meine Schultern sind breit, das war schwierig, in die Sachen hineinzupassen. Heutzutage würde ich wahrscheinlich in die Laufsteg-Sachen überhaupt nicht mehr reinpassen.“

Geboren wurde Jones 1948 als Grace Mendoza in dem kleinen Örtchen Spanish Town nahe der jamaikanischen Hauptstadt Kingston. Ihr Vater war Politiker und Priester. Die Eltern zogen bald in den US-Bundesstaat New York und holten Jones und ihre Brüder in den 1960er Jahren nach. Jones studierte Theater, bekam erste Film- und Fernsehrollen und schließlich auch einen Plattenvertrag. Songs wie „I Need a Man“ oder „Do or Die“ wurden zu Disco-Hits. Nebenbei modelte die langbeinige Schönheit sehr erfolgreich , wurde von berühmten Künstlern wie Andy Warhol und Keith Haring und Star-Fotografen wie Helmut Newton porträtiert.

Auch mit ihrem Temperament macht Jones immer wieder Schlagzeilen. Einen britischen Talkshow-Moderator schlug sie, als er ihr den Rücken zudrehte. „Ich habe mich geändert und bin nicht mehr so ungeduldig, wie ich früher einmal war“, sagt sie heute. „Früher habe ich Menschen einfach geschlagen, wenn ich nicht mochte, was sie gesagt haben. Einfach so. Bam – halt die Klappe. Ich war schlimm.“ Ihre Allüren pflegt sie aber weiterhin. Vor Anbruch der Dunkelheit stehe sie nicht für Interviews oder Auftritte zur Verfügung, heißt es in der Branche. Sie lebe in ihrer eigenen Welt, auch „Graceland“ genannt, ernähre sich fast nur von Champagner und Austern (die sie selbst aufknackt) und verreise stets mit Dutzenden Koffern voller Kleider.

Zwei Ehen scheitern. Am stolzesten sei sie heute auf ihren einzigen Sohn Paolo, der auch in ihrer Band mitspielt, und auf ihre Enkeltochter, sagte Jones einmal.

Aber auch zu all ihren Fehlern stehe sie offen. „Ich mag keine Menschen, die Dinge verstecken. Wir sind nicht perfekt, wir haben alle Dinge, die andere Menschen möglicherweise nicht sehen wollen, aber ich zeige gerne meine Fehler.“

Wie lange sie ihr volles Programm noch weitermachen und dabei so blendend aussehen kann? Ein Ende sei nicht absehbar, sagt Jones. Schönheitsoperationen lehne sie grundsätzlich ab.

„Ich lasse mich nicht aufschneiden.“ Ihr Aussehen sei einfach genetisch. Und außerdem: „Ich rebelliere immer. Ich denke nicht, dass ich je aufhören werde.“

Sprungbrett Studio 54

Der Karrierebeginn von Grace Jones als Sängerin ist mit der Geschichte des Studio 54 in New York verbunden. Mit Bianca Jagger, Andy Warhol, Truman Capote, Michael Jackson zählte sie zu den regelmäßigen Gästen des Clubs. Zu ihrem 30. Geburtstag gab sie ein Konzert im Studio 54. In Deutschland verklagten 1978 Alice Schwarzer, Inge Meysel und weitere prominente Frauen die Zeitschrift Stern aufgrund entwürdigender Frauendarstellungen. Auslöser war u. a. ein Titelbild des Magazins von Helmut Newton, das Jones nackt und mit Fußketten zeigte.

(Wikipedia)

Christina Horsten

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