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„Ich will mein altes Leben nicht zurück“

„Ich will mein altes Leben nicht zurück“

Paris. Ein von außen unscheinbares, innen sehr edles Hotel in einer Seitenstraße der Champs-Élysées. Carla Bruni, die am 23. Dezember 50 Jahre alt wird, empfängt hier, um über ihr neues Album „French Touch“ zu sprechen. Es ist ihr erstes seit vier Jahren und auch das erste in englischer Sprache.

Depeche-Mode-Songs werden nur sehr selten gecovert – das ist sehr schwierig und erfordert Mut.

 

OZ-Bild

Carla Bruni ist zurück auf der Bühne: Mit einem Cover-Album, erstmals in englischer Sprache.

Quelle: Foto: Dpa

Carla Bruni (lacht): Oui, Mut und gedankenlose Verrücktheit.

Was hat Sie denn bewogen, sich an „Enjoy The Silence“ zu wagen?

Beides. Mut und Wahnsinn. Ich denke oft nicht viel nach über meine Entscheidungen, ich mache vieles aus dem Gefühl heraus. Denn wenn du alles erst durchdenkst, abwägst, bist du nicht frei.

Wie wichtig ist Ihnen Freiheit?

Sie ist sehr wichtig. Das Leben ist so kurz, und dann sterben wir, und es ist vorbei. Wenn du dann immer diese Regeln aufstellst oder dich Regeln unterwirfst, tu dies nicht, mach jenes, lass das bloß sein – ach, warum denn? Weil die anderen Leute über dich reden, dich beurteilen könnten? Mir egal.

Sie haben auch „Stand By Your Man“ aufgenommen. Sie waren immer ein Mensch, der wenig von Monogamie gehalten hat – was ist los?

Seit ich verheiratet bin, habe ich meine Meinung geändert. Habe alles über Bord geworfen und meine Ansichten in vielen Dingen komplett revidiert. Können Sie sich das vorstellen? Mit 40 Jahren!

Gefällt Nicolas das Lied?

Aber ja. Seine beiden Lieblingslieder von meinem Album aber sind „Enjoy The Silence“, und, an erster Stelle, der Abba-Song „The Winner Takes It All“.

Warum das?

Weil er das Stück so romantisch findet. Es geht um die Liebe. Und es geht um Macht. Die Macht der Liebe und die Macht der Gefühle.

Eigentlich ist es ein recht bitteres Lied darüber, was mit einem Paar passiert, wenn es sich trennt.

Jaaa, ich weiß. Das ist ein Song über Entfremdung. Tja. Es ist, wie es ist. Das ist sein Lieblingslied.

Wie ist das Album entstanden?

Mein Produzent David Foster kam nach meinem Konzert in Los Angeles zu mir, 2013 war das, und er sagte mir, wie sehr er meine Stimme mag. Aber er meinte auch „Das ist immer so Französisch, willst Du nicht einmal was auf Englisch singen?“ Ich war richtig unwirsch und meinte: „Will ich nicht, ich bin eine Songwriterin.“ Naja, dann vertagten wir uns erstmal, er wollte sich später wieder melden.

Was er dann auch tat?

Ja. Er kam nach Paris, wir aßen zu Mittag und gingen dann zu mir nach Hause, hörten den ganzen restlichen Tag zusammen Musik und hatten total viel Spaß. Gegen Abend hatte er mich rumgekriegt. Ich sagte: „Okay, gehen wir es an.“

Hat sich Ihr einstiger Liebhaber Mick Jagger gemeldet und einen Kommentar zu Ihrer Version von „Miss You“ abgegeben?

Nein, nein. Hat er nicht. Ich habe all diese Songs auch nicht ausgewählt, weil ich eine persönliche Geschichte mit ihnen und ihren Komponisten oder Interpreten verbinde. Ich habe diese Lieder also nicht wegen mir und meiner Lebensgeschichte ausgesucht. Sondern weil ich sie so gern singe und spiele.

Sie werden bald 50.

Ach, das ist einfach nur total ärgerlich. Als Meilenstein kann ich das nicht ansehen. Mir zeigt diese Zahl viel mehr, wie schnell das Leben vorbeigeht.

Model, Sängerin, Mutter, Gattin des Präsidenten. Da ist so einiges zusammen gekommen in Ihrem Leben.

Absolut. Ich hatte sehr viel Glück im Leben. Sehr viel Spaß, sehr viele Möglichkeiten und immer die Wahl. Ich habe mir alles, was ich mache, selbst ausgesucht.

Sind Sie erleichtert, nicht mehr Première Dame zu sein?

Ja, sehr sogar. Ich möchte dieses Leben nicht zurückhaben. Auch für meinen Mann ist es gut, phantastisch sogar. Er lebt jetzt ein neues Leben. Die Zeit im Élysée-Palast war schön und eine große Ehre. Aber ich bin froh, dass wir nicht wieder dort einziehen mussten. Sehr froh sogar. Mit dem Lebensabschnitt habe ich abgeschlossen.

Interview: Steffen Rüth

OZ

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