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Im Geiste Cranachs von Wittenberg nach Schwerin

Wittenberg/Schwerin Im Geiste Cranachs von Wittenberg nach Schwerin

Alexander Dettmar stellt seine Atelierbilder aus der Luther-Stadt im Dom aus

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Alexander Dettmar (64) arbeitet im Cranach-Atelier Wittenberg an einer Rückansicht des Luther-Hauses. FOTO/REPROS (2): BARBARA HÖLKEMANN

Wittenberg/Schwerin. Er setzt sich gern in Verbindung. In Beziehung zu historischen Entwicklungen, Ereignissen und in Beziehung zu anderen Künstlern. Alexander Dettmar (64), Architekturmaler aus Freiburg im Breisgau, ist ein Maler im Freien, ein Maler, der auf seinen Reisen durch die Kunstgeschichte wandert und wandelt.

OZ-Bild

Alexander Dettmar stellt seine Atelierbilder aus der Luther-Stadt im Dom aus

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„Grenzen der Existenz“ und „Zwiesprache“ heißen seine Beschäftigung und wohl auch seine Freundschaft zu dem Expressionisten Ernst Barlach (1870-1938). Er hat sich Gegenden wie Thüringen, Mecklenburg oder Städten wie Güstrow gewidmet. „Painting to Remember“, Malen als Erinnerung und als Wiederherstellung, hat er seine Synagogen-Serie genannt. Gekommen ist er 1994 in Güstrow darauf, als ihm der Dompastor, der seinen Bildern auf dem Dachboden Unterschlupf zum Trocknen bot, von der zerstörten Güstrower Synagoge erzählte. Dettmar beschloss, den von den Nazis zerstörten jüdischen Gotteshäusern malerisch ihr Gesicht zurückzuschenken. Gerade ist er vom Odenwald aus nach Schwerin gereist, um in der Landeshauptstadt seine neue Ausstellung aufzubauen. Im hessischen Reichelsheim sind im Museum der Stadt bis Ende Juni seine „Synagogen“ zu sehen.

Morgen stellt der Schweriner Dom sein neues Projekt vor: „Von Wittenberg nach Mecklenburg“ heißt die Ausstellung, die um 17 Uhr eröffnet wird und bis 2. Juli zu sehen ist. Dafür hat Dettmar im Sommer 2016 zwei Monate im Cranach-Haus in Wittenberg in Sachsen-Anhalt gewohnt und gearbeitet. Entstanden sind 20 zum Teil großformatige Bilder, die Stadtmotive der Reformation zeigen. Wittenberger Stadtkirche, in der Luther gepredigt hat, Wittenberger Schlosskirche, an der er seine Thesen angeschlagen hat, Lutherhaus, Melanchthonhaus und Cranachhaus hat Dettmar aus verschiedenen Sichtachsen bearbeitet. Die Zusammenarbeit kam auf Einladung der Cranach-Stiftung zustande, mit der Dettmar seit Jahren in Kontakt steht, wie er sagt. Er hat im Wohnhaus der Cranachs gewohnt und im Atelier gemalt. Alexander Dettmar sagt: „Das war gespeicherte Stimmung, eine Malstimmung. Die Cranachs sind Maler, die mich mit ihrer dunklen Farbigkeit schon immer fasziniert haben. Das ist einfach erstklassige Malerei, die einen berührt, auch wenn es eine andere Epoche ist.“

Für den Breisgauer, der in Berlin und nahe Worpswede wohnt, die dritte Atelier-Malerei auf den Spuren berühmter Kollegen. 1996 arbeitete er im Torturm der Moritzburg in Halle an der Saale, dem Atelier von Lionel Feininger, an seiner Feininger-Serie. 1998 war er im Atelier von Johann Heinrich Wilhelm Tischbein in Rom tätig, in dem auch Goethe bei seiner Italienreise gemalt hat.

Dettmar, ein Architekturmaler vergangener Epochen. Er sagt: „So gern ich moderne Architektur mag, ich mag sie nicht malen. Das hört bei mir mit den 20er Jahren einfach auf. Meine Lieblingsepochen sind Romanik und Gotik.“ Er sagt, ob das Güstrow oder Rom, Rostock oder Venedig, Wittenberg oder Florenz sei, „wenn man sich vor Ort mit der Kunst, den Künstlern beschäftigt, eröffnet sich immer eine neue Welt. Zwischen Wittenberg und Mecklenburg korrespondiert das natürlich sehr schön über das Rot der Backsteingotik.“

Vernissage und Gespräch

Die Ausstellung „Von Wittenberg nach Mecklenburg“ wird am Donnerstag, 18. Mai, um 14 Uhr im Schweriner Dom eröffnet. Zur Vernissage wird unter anderem der Landesrabbiner William Wolff anwesend sein. Die Ausstellung läuft bis 2. Juli.

Am 5. Juni lädt der Schweriner Dom ab 11 Uhr zu einem Ökumenischen Pfingstgottesdienst ein. Ab 13 Uhr wird auf dem Marktplatz mit Alexander Dettmar gemalt.

Um 14 Uhr beginnt ein Gespräch mit Domprediger Volker Mischok und Alexander Dettmar zum Thema „Pfingstliche Erkundungen“ – eine Spurensuche zwischen Wittenberg und Mecklenburg. Domkantor Professor Jan Ernst ist an der Ladegast-

Orgel zu hören.

Michael Meyer

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