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Improvisationsgenie und Clown

Rostock Improvisationsgenie und Clown

Helge Schneider gastierte am Freitagabend vor 2500 Zuschauern in der Rostocker Stadthalle

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Die Bühne ist sein Wohnzimmer: Helge Schneider am Freitagabend in Rostock. FOTO: OVE ARSCHOLL

Rostock. . Es ist inzwischen egal, ob Helge Schneider eine neue CD oder ein Buch veröffentlicht oder einen Film gemacht hat. Er geht einfach so auf Konzertreise. Auch Schneiders aktueller Tourtitel ergibt keinen Sinn: „Lass knacken, Oppa“. Helge Schneider kommt, und seine Fans kommen auch. Die Stadthalle war ausverkauft.

Es ist inzwischen ein großer Bestand an Liedern, aus dem Helge Schneider schöpfen kann: Ältere wie „100000 Rosen“, neuere wie „Die Trompeten von Mexiko“, Klassiker wie „Katzeklo“, dazu Jazzstandards wie Duke Ellingtons „Mood Indigo“. Ja, die Musik: Helge Schneider ist immer noch ein Improvisationsgenie, er verändert spontan Texte und auch Songabläufe, seine Musiker machen alles willig und auch freudig mit. Sie müssen aber ständig auf der Hut sein. Denn Helge Schneider bleibt bei aller Freundlichkeit immer der Boss auf der Bühne. Stets besteht die Gefahr, dass Schneider seine Musiker zur Zielscheibe des Spotts macht, sie plötzlich zu einem Solo auffordert oder das Timing neu festlegt. Natürlich ist das nur Show, denn dahinter spürt man die Verbundenheit der Musiker.

Es geht familiär zu und Schneiders Wohnzimmer ist die Bühne. Davon zeugt auch das liebevoll aufgebaute Equipment. Allein die Tasteninstrumente – ein Mini-Moog, ein Mellotron, eine Hammondorgel und ein Fender-Rhodes-Piano. Wo sieht man so was noch?

Helge Schneider ist 61, der Oldtimerfan pflegt nicht nur seine nostalgischen Marotten, diese Instrumente klingen einfach gut. Schneider ist ein Traditionalist im besten Sinne, er kommt sich selbst im fortgeschrittenen Alter immer näher.

„Ich bin froh, dass ihr da seid und nicht die anderen“, sagt Helge Schneider listig zum Rostocker Publikum und freut sich diebisch. Die Leute hängen an seinen Lippen, der Künstler hat ein leichtes Spiel, denn diejenigen, die Schneider nie verstehen werden, sind sowieso nicht da. Helge Schneider serviert weitere Klassiker, wie „Die Wurstfachverkäuferin“ oder die immer wieder anders erzählte Geschichte vom „Meisenmann“, er lässt Sergej Gleithmann für sich tanzen, quält seinen „Diener“ Bodo verbal ein bisschen, macht sich aber auch selbst zum Clown, spielt nebenbei noch Trompete und Saxofon, entlockt dem Moog-Synthesizer wunderliche Klänge und liefert sich mit Drummer Pete York ein Schlagzeugduell. Ein Gesamterlebnis, bei dem die manchmal albernen Geschichten eher Beigaben sind.

Als Zugabe spielt Schneider David Bowies Klassiker „Space Oddity“ auf der E-Gitarre, zerstört den Song aber. Der Mann ist eben nicht zu fassen. Schneider, der alles fortwährend verändert, bleibt sich, sozusagen im Sinne von Wolf Biermann, treu. Thorsten Czarkowski

OZ

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