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Initiative für mehr Frauen im Film

Initiative für mehr Frauen im Film

Aufträge in Branche sollen nach einer 50-Prozent-Quote vergeben werden

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Frauen aus allen Gewerken der Filmbranche sitzen auf dem Podium im Kino Kosmos in Berlin, am Mikrofon Schauspielerin Jasmin Tabatabai.

Quelle: Foto: Dpa

Berlin/Rostock. Frauen werden in der deutschen Film- und Fernsehbranche nach Angaben einer neuen Initiative noch immer stark benachteiligt. Nicht nur in der

Regie, auch in allen anderen kreativen Schlüsselpositionen seien sie unterrepräsentiert, heißt es im Gründungsaufruf der Initiative „Pro Quote Film“, zu der sich weibliche Medienschaffende in Berlin zusammengeschlossen haben. Nur die Hälfte der Frauen, die an Filmhochschulen ausgebildet würden, arbeiteten in ihrem Beruf. Erfolgskriterien wie Durchsetzungskraft und Selbstbewusstsein würden eher Männern zugeschrieben, Frauen würden als „Risikofaktor“ gelten, hieß es gestern bei der Präsentation des Bündnisses. Die Ungleichheit spiegele sich auch bei den Subventionen wider. So habe der Deutsche Filmförderfonds 2016 knapp 50 Millionen Euro bewilligt, 82 Prozent davon gingen an von Männern verantwortete Produktionen. Im Bereich Kamera und Ton waren 92 beziehungsweise 96 Prozent der Stellen mit Männern besetzt. Im Bereich Produktion waren Männer zu 48 Prozent vertreten, Frauen zu 32 Prozent und 20 Prozent waren gemischtgeschlechtliche Teams.

Eine von der Stiftung MaLisa in Auftrag gegebene ebenfalls 2017 veröffentlichte Studie zur Repräsentation der Geschlechter im Film zeigte, dass Frauen im Film vor allem als Heldinnen oder Expertinnen stark unterrepräsentiert sind. Initiiert hatte die Studie die Schauspielerin Maria Furtwängler („Tatort“). Wissenschaftler vom Institut für Medienforschung der Universität Rostock nahmen fast 3000 Programme von 17 Sendern, das Angebot von vier Kindersendern sowie knapp 1000 Kinofilme unter die Lupe.

Die neue Initiative „Pro Quote Film“ fordert, Aufträge von ARD und ZDF sowie öffentliche Fördergelder künftig nach einer 50-Prozent-Quote zu vergeben. In der Gesamtschau aller Produktionen sollte die Zahl weiblicher und männlicher Rollen ausgewogen verteilt sein, Frauen über 35 Jahren stärker in den Drehbüchern vorkommen. Insgesamt stellt „Pro Film Quote“

zehn Forderungen auf, um den weiblichen Anteil zu heben.

Zu den Gründerinnen gehören die Drehbuchautorin Dorothee Schön, die Schauspielerin Jasmin Tabatabai und Regisseurin Connie Walther. Das Bündnis „Pro Quote Regie“ gab es seit 2014.

Esteban Engel

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