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Intendant: Volkstheater Rostock in ruhigem Fahrwasser

Rostock Intendant: Volkstheater Rostock in ruhigem Fahrwasser

Das Rostocker Volkstheater ist nach Einschätzung seines Intendanten Joachim Kümmritz auf einem guten Weg und auch wieder in einem vergleichsweise ruhigen Fahrwasser.

Rostock. Das Rostocker Volkstheater ist nach Einschätzung seines Intendanten Joachim Kümmritz auf einem guten Weg und auch wieder in einem vergleichsweise ruhigen Fahrwasser. „Die Leute wollen von dem ganzen Streit nichts mehr hören“, sagte Kümmritz im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Der langjährige Chef des Mecklenburgischen Staatstheaters in Schwerin hatte zu Beginn der Spielzeit die Leitung des krisengeschüttelten Theaters in Rostock übernommen. „Viele Menschen haben gesagt, sie gingen nicht mehr ins Theater, weil sie den permanenten Krach nicht mehr hören können.“ Dem wolle er entgegenwirken.

Die ersten Reaktionen seien positiv: So seien in der ersten Spielzeithälfte 4000 Tickets mehr verkauft worden als im Vorjahreszeitraum, die Platz-Auslastung am Haus habe rund 74 Prozent erreicht. Im Januar gab es ein Plus von 1000 Kartenverkäufen. „Es wird immer über intellektuelles Theater diskutiert. Entscheidend ist doch das Publikum“, sagte Kümmritz, der auch noch die Theater und Orchester GmbH in Neustrelitz leitet. Der Bevölkerung müsse ein breites Angebot gemacht werden. Es könnten nicht nur Komödien und leichte Muse gespielt werden. „Das ist nicht unser Auftrag und der Bedarf ist auch nicht da. Die Leute gehen nicht vier Mal im Jahr in eine Operette“, sagte Kümmritz.

Die Chefin des Theater-Aufsichtsrats, Sybille Bachmann, teilte die Auffassung des neuen Intendanten, dass der Spielbetrieb inzwischen in ruhigeren Bahnen verlaufe und die Arbeitsatmosphäre stimme.

„Aber es bleibt die große Baustelle Orchester“, sagte sie. Der Haustarifvertrag für die Musiker wurde laut Bachmann „aus rein rechtlichen Gründen“ gekündigt. Hintergrund sei die Klage der Deutschen Orchestervereinigung, mit deren Hilfe die Zahl von 73 Orchesterstellen eingehalten werden solle. Ein Gericht wird Anfang März darüber entscheiden.

Es sei sein Ziel, mit den geringen Ressourcen so wirtschaftlich wie möglich umzugehen, so Kümmritz. „Wir konzentrieren uns mit dem Großen Saal, dem Ateliertheater und der Kleinen Komödie in Warnemünde auf drei Spielstätten.“ Mehr kleinere Bühnen wie in den Vorjahren bedeuteten einen hohen Produktionsaufwand. Anders sehe es bei Co-Produktionen mit anderen Theateranbietern aus, die zur Bekanntheit des Theaters beitragen könnten. Dies gelte auch für Kunst-Ausstellungen im Theater, von denen er sich neue Besucher im Haus erhoffe.

Joachim Mangler

OZ

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