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Kultur Japanisches Stück am Theater Vorpommern
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16:41 07.10.2018
„Die Frau in den Dünen“ mit Marvin Rehbock und Sabrina Strehl (v.l.). Quelle: Vincent Leifer
Greifswald

„Es handelt sich hier um eine ganz besondere Aufführung“ , lobte Intendant Dirk Löschner auf der Premierenfeier nach der Aufführung von Kobo Abes „Die Frau in den Dünen“. Denn erstmals wurde der 1962 veröffentlichte, mehrfach preisgekrönte Roman Freitagabend im ausverkauften Greifswalder Rubenowsaal als Bühnenstück gezeigt. Erarbeitet hat es der aus Grevesmühlen stammende Regisseur Kai Grehn. Die Dramaturgie lag bei Sascha Löschner.

Obwohl der Stoff im fernen Japan spielt, ist er keineswegs exotisch. Es gibt unzählige Parallelen zum Hier und Heute, die es zu verarbeiten gilt. Möglicherweise hat das auch die Premierenbesucher dazu veranlasst, nach Vorstellungsende erst einmal sekundenlang in Stille zu verharren, bevor dann ausgiebig geklatscht wurde.

Die „Frau in den Dünen“ ist ein Stück der leisen Töne -feinfühlig, ohne Klamauk und Krawall.

Ein Lehrer besucht eine Dünenlandschaft am Meer. Der Mann ist auf der Suche nach Insekten. Dabei entdeckt er ein Haus. Da es schon spät ist, lässt er sich von den Dorfbewohnern überreden, die Nacht bei einer in der Senke lebenden einsamen Frau zu verbringen. Zu ihr gelangt er über eine Strickleiter. Doch am nächsten Morgen ist die Leiter weg, ein Rückweg unmöglich.

Mit dem Steuern zahlenden Pädagogen, der auch noch in der Gewerkschaft ist, wie er mehrfach erwähnt und jener Frau, die hier unter primitivsten Verhältnissen am Meer lebt, treffen im Stück zwei Welten aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein können. Während die Frau Nacht um Nacht mit einer Schippe in der Hand gegen den fortwährend rieselnden Sand quasi ums Überleben kämpft, quälen den verbeamteten Lehrer Gewissensbisse über sein Fernbleiben vom Unterricht. Die monotone, ja sinnlos erscheinende Arbeit widert ihn an und er fragt sich, warum sich die Frau dem nicht einfach widersetzt und fortgeht.

Wo kommen wir her? Und wo wollen wir hin? Diese Fragen stellen sich. Dabei werden auch Assoziationen zu den gravierenden Unterschieden zwischen dem Leben auf dem Land und in den Großstädten bei uns geweckt.

Sabrina Strehl (als Gast) und Marvin Rehbock aus dem eigenen Ensemble spielen die Hauptrollen. Unterstützt werden sie vom Leiter der Schauspielmusik des Theaters Vorpommern, Sebastian Undisz, der mit unzähligen Blas- und Klanginstrumenten auf einfühlsame Weise die aufkommenden Stimmungen untermalt. Großartig ist auch das Bühnenbild von Julia Burde (als Gast). Per Luftgebläse werden immer wieder unzählige feine Papierschnipsel wie schlüpfriger Sand aufgewirbelt. Einfach genial wie hier die Dünenlandschaft auf kleinstem Raum authentisch in Szene gesetzt wird.

Nächste Aufführungen: 14.Oktober Greifswald, Rubenowsaal, 24.und 31. Oktober Stralsund, Gustav-Adolf-Saal, 26. Oktober Putbus, Theater

Reinhard Amler

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