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Kultur „Jazz at heart-Projekt“: Werkstattkonzert mit viel Gefühl und wenig Della Miles
Nachrichten Kultur „Jazz at heart-Projekt“: Werkstattkonzert mit viel Gefühl und wenig Della Miles
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01:24 26.04.2016

Es war eine doppelte Premiere, die das Projekt „Jazz at heart“ am Wochenende im Conventer Atrium auf die Bühne brachte. Die Jazz-Band um den Rostocker Herzchirurgen Gustav Steinhoff, der das Musikhaus in Rethwisch-Börgerende übrigens aus privaten Mitteln errichtete, präsentierte die Stücke der neuen CD und zwei neue Gesichter: Die Sängerinnen Della Miles und Marie-Luise Böning, die die Band während der Babypause von Christina Jaschkowiak verstärken.

Damit hat sich Steinhoff zwei wundervolle, eine zudem prominente Stimme ins Boot geholt: Die Texanerin Della Miles arbeitete bereits mit Größen wie Michael Jackson und Whitney Houston und war bereits zu zwei Konzerten im Conventer Atrium zu Gast. So sei auch die Zusammenarbeit entstanden, so Steinhoff.

Die 26-jährige Marie-Luise Böning studiert an der Rostocker HMT Pop- und Operngesang, singt in einem Chanson-Duo und einer Swingband. „Ich bin in der letzten Phase meiner Diplomarbeit, da ist das Projekt eine gute Ablenkung“, so die Rostockerin. Die neue CD, die Ende Mai fertiggestellt und im Oktober erscheinen soll — der Titel wird noch nicht verraten — bezeichnet sie als „buntes Potpourri aus Charakteren“. Das wird auch beim Werkstattkonzert mit Eigenkompositionen von Jürgen Plato, Gustav Steinhoff, Johannes Pistor und Walter Martinez — alle in der Rostocker Jazz-Szene verwurzelt — deutlich, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Die Stücke — eine Mischung aus Jazz, Latin, Rock und Soul — tragen deutlich die Handschrift der einzelnen Bandcharaktere, weichen oft vom Jazz im ursprünglichen Sinn ab, so wie die zarten, gefühlvollen Balladen von Steinhoff, der seiner Tochter einen Walzer widmete, oder die Werke von Pistor, der mit Brüchen von martialisch bis sanft arbeitet.

Plato gelingt es, typischen Jazz mit ironischen Texten und überraschenden Elementen, wie Geräuschen einer Wüsten-Karawane, zu vereinen.

Einziger Wermutstropfen: Die als Headlinerin beworbene Della Miles sang lediglich drei Lieder, verschwand nach dem ersten Song und blieb bis kurz vor Schluss im Verborgenen. Von der Künstlerin mit der warmen Soul-Stimme hätte man sich indes deutlich mehr Präsenz gewünscht.

Von Stefanie Büssing

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