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Jazz – hochklassig und unterhaltsam

Rostock Jazz – hochklassig und unterhaltsam

Das Festival „See more Jazz“ servierte an drei Tagen in Rostock ein vielfältiges Programm des Genres

Rostock. Zufriedene Gesichter am gestrigen Sonntagmittag: Mit einem umjubelten Konzert in der Rostocker Kunsthalle beschloss der schwedische Pianist Jacob Karlzon das diesjährige Festival „See more Jazz“. Am Ende waren es 1200 Zuschauer, die von Freitag bis Sonntag die insgesamt fünf Festival-Konzerte besucht hatten.

Mit einem Piano war das Musik-Ereignis Freitagabend im Rostocker Klostergarten gestartet. Der britische Pianist Andrew McCormack lieferte mit Sam Lasserson (Bass) und Anton Eger (Schlagzeug) klassischen Trio-Jazz, dazu hatte er den deutschen Saxophonisten Ben Kraef an Bord.

Danach trat die junge polnische Bassistin Kinga Glyk mit Band auf. Mit ihr hatten die Organisatoren den ersten Glücksgriff des Festivals getan. Der Bass als melodiöses Soloinstrument – die erst 19-jährige Kinga Glyk hatte nicht nur ein hervorragendes Gefühl für ihr Instrument, auch für die rund 400 Gäste, die den Abend im lauschigen Klostergarten genossen.

Mit über 600 Besuchern war das Publikum am zweiten Festival-Abend im Rostocker Zoo noch größer. Zunächst spielte am Samstagabend die deutsche Band De-Phazz. Sie präsentiert die Zukunft des Jazz, wenn man den Bandnamen entschlüsselt – De-Phazz bedeutet nämlich Destination Phuture Jazz. Große Beachtung fand die Band bereits am Anfang der 2000er, als sie sich stilistisch in den Lounge-Jazz einsortierte. In Rostock gab es einen mit lateinamerikanischen Rhythmen und Sounds gewürzten Jazz, nicht so elektrisch wie manchmal auf ihren Studioveröffentlichungen. Natürlich hatten De-Phazz auch ihren Hit „Mambo Craze“ mitgebracht, Sängerin Pat Appleton führte charmant durch diesen Teil des Abends.

Der zweite Glücksgriff des Festivals waren die Heavytones. Die Gruppe, die als Hausband bei Stefan Raabs „TV Total“ bekannt geworden war, hatte Ende 2015 ihr erstes eigenes Album aufgenommen: „Songs That Didn't Make It To The Show“. Diese Kompositionen bestimmten auch das Programm am Samstagabend, ein sehr funky gewürzter und groovy gespielter Jazz, der in dieser großen Besetzung gut zur Geltung kam. Die acht Bandmitglieder sind allesamt Meister auf ihren Instrumenten, hervorzuheben wäre Pianist und Arrangeur Wolfgang Dalheimer. Die Band hat Kompositionen mit zum Teil halsbrecherischen Abläufen und fantastischen Bläsersätzen – und rocken kann sie auch. Vielleicht ist das die Zukunft des Jazz. Gewürzt wurde der Abend auch durch amüsante Anekdoten aus der Zeit bei „TV Total“.

Schließlich am Sonntagvormittag der Schwede Jacob Karlzon am Konzertflügel: Er spielte virtuos und vermischte den Jazz immer wieder mit Pop- oder Rockkompositionen (u.a. von Korn, Tears For

Fears). Karlzon stützte sich beim Material stark auf sein Album „One“ von 2015 und gab auch einen kleinen Ausblick auf seine im November erscheinende CD. Mit einer begeisternden Performance wurde Jacob Karlzon der dritte Glücksgriff des Festivals.

Eine freundliche und entspannte Atmosphäre war an allen drei Tagen zu spüren, der Publikumszulauf bei „See more Jazz“ wächst stetig. „Wir konnten uns mit insgesamt 1200 Gästen im Vergleich zum Vorjahr leicht steigern“, meinte René Geschke, der das Festival zusammen mit Andreas Martens organisiert. Die beiden haben schon die Planungen für die neunte Ausgabe von „See more Jazz“ in Angriff genommen.

Thorsten Czarkowski

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